Missbrauch: Physiotherapeut in U-Haft
Symbolbild: dpa

Wegen Wiederholungsgefahr ist ein 60-jähriger Physiotherapeut aus Bad Oeynhausen in Untersuchungshaft genommen worden. Gegen ihn wird wegen Verdachts des sexuellen Missbrauchs an Kindern ermittelt.

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Wegen Wiederholungsgefahr befinde sich der Mann seit einer Woche in Untersuchungshaft, teilte die Polizei Dortmund am Donnerstag mit. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt gegen den Therapeuten wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern und des Besitzes von Kinderpornografie.

Keine weiteren Verdächtigen

Die Ermittler wollen jetzt herausfinden, ob es noch weitere Taten gab. Seit Donnerstag hat die Polizei dazu mobile Anlaufstellen in Bad Oeynhausen und im benachbarten Minden eingerichtet. Bis einschließlich Samstag wollen Ermittler und Opferschutzbeauftragte der Polizei dort Hinweise entgegennehmen.

Weitere Verdächtige gebe es nicht, sagte Staatsanwalt Moritz Kutkuhn von der Staatsanwaltschaft Bielefeld. Die Kinder seien unter 14 Jahren alt.

Reul sieht „klaren Fehler“ der Polizei

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) erklärte am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags, dass die Polizei in dem Fall einen „klaren Fehler“ gemacht habe. Laut dem Manuskript für Reuls mündlichen Bericht im Ausschuss hätte der Fall „höher priorisiert“ werden müssen, da der Verdächtige als Kinder- und Jugendtherapeut „freien Zugang zu Kindern und Jugendlichen“ gehabt habe. 

Der Fall lag laut Reul seit November 2017 bei der Kripo Minden-Lübbecke. Erst am 8. März diesen Jahres sei es zu einer Durchsuchung gekommen, seit dem 29. März sitze der Mann in Untersuchungshaft. Laut Reul gebe es bisher eine „mittlere einstellige Zahl von Opfern“.

Es sei „aber nicht auszuschließen, dass es noch weitere Opfer gibt, möglicherweise sogar viele“, so der Minister weiter. Mit dem Fall seien jetzt 80 Ermittler beschäftigt.

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