Missbrauchs-Vorwürfe: FN bestätigt weitere Fälle
Gestern hat die FN mit Sitz Warendorf bestätigt, dass es weitere Fälle in Sachen „sexualisierte Gewalt“ gibt.

Es hätten sich Betroffene anonym bei der Opferschutzorganisation „Zartbitter“ gemeldet. Dessen Leiterin Ursula Enders bestätigte dies und sprach von aktuellen und zurückliegenden Fällen, die sowohl die FN, die Landesverbände als auch privatwirtschaftlich betriebene Reitställe betreffen würden.

Die Expertin, die sich seit 1990 mit dem Thema „sexualisierte Gewalt und Institutionen“ beschäftigt, spricht in diesem Zusammenhang von einer „breitgefächerten Problematik im Pferdesport“. In den vergangenen Tagen hätten sich „Kontaktpersonen von Betroffenen“ bei „Zartbitter“ gemeldet – „Mütter, Vereinskollegen, Bekannte“ – und von ganz unterschiedlichen Vorkommnissen berichtet.

„Datum, Ort und Art der Gewalt variieren“, betonte Enders und fügte an: „Nein, die Vorwürfe betreffen nicht nur den besagten kleinen Kreis von Nachwuchs-Springreitern“.

Weitere Maßnahmen geplant

Bislang war die FN genau davon ausgegangen, von einem Fall von sexualisierter Gewalt in Zusammenhang mit einem elitären Zirkel erfolgreicher junger Springreiter, und hatte entsprechende Sanktionen ausgesprochen. Nun sind weitere Maßnahmen geplant.

„Die FN arbeitet mit uns an einem Verfahren, das den Betroffenen vollkommene Anonymität gewährleistet und ihnen zu jeder Zeit das Heft des Handelns überlässt“, schilderte Enders. Konkret: Jeder Fall wird anonym vorgetragen, und die Betroffenen entscheiden dann selbst, ob sie ihn überhaupt öffentlich machen wollen.

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