Missbrauchsfall: Bistum räumt Fehler ein
Das Bistum Münster hat Fehler im Umgang mit einem Priester, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, eingeräumt.

Der Pressesprecher des Bistums Münster hat auf Nachfrage der „Glocke“ weitere Details zu dem Fall, der in der Gemeinde zu Betroffenheit, Sorge und Unsicherheit geführt hat, preisgegeben. Gleichzeitig räumt er ein, dass das Bistum Fehler gemacht hat. Und Kronenburg betont: „Andere Vorwürfe gegen den Pfarrer sind uns nicht bekannt.“

Bekannt waren dem Bistum dafür seit 2010 die Anschuldigungen gegen seinen Geistlichen. „Wir befanden uns aber in der Situation, dass die betroffene Frau ausdrücklich nicht wollte, dass wir die Öffentlichkeit umfassender informieren“, schildert Kronenburg. Von daher sei es schwierig gewesen, den Gemeinden konkrete Hinweise zu geben.

Strafmaß setzt Glaubenskongregation fest

Das Bistum leitete damals den Fall an den Vatikan weiter. Nach einer Prüfung wurde dem Priester gestattet, in einem bestimmten Bereich weiter tätig zu sein. Ein Strafmaß, das für ein Vergehen dieses Ausmaßes angemessen ist? „Die Sanktion wurde nach dem Kirchenrecht von der Glaubenskongregation festgelegt“, beantwortet Kronenburg, gibt aber zu: „Ein Fehler war sicherlich, dass nicht präzise genug gesagt wurde, was dem Priester untersagt ist“. Er bedauert: „Sicher hat der betroffene Priester weiter Gottesdienste gefeiert, an denen möglicherweise auch Kinder teilgenommen haben.“ Da der Geistliche aber seit 2010 emeritiert war, werde er nicht in der üblichen Kinder- und Jugendarbeit der Pfarrei im Einsatz gewesen sein.

Bis zum Jahresende nimmt der beschuldigte Priester nun keine priesterlichen Aufgaben mehr wahr. Das Bistum suche das Gespräch mit dem Geistlichen, um abzuklären, wie es weiter gehen wird. Kronenburg: „Dass wir mit dem Vorfall in die Öffentlichkeit gehen, entspricht der Intention der Betroffenen. Es ist unstrittig, dass es Vorfälle sexuellen Missbrauchs gab.“

Informationsveranstaltung
am 7. November

Der beschuldigte Priester kam 1988 als Pfarrer nach Bad Waldliesborn. 1994 wurde er Leiter des Pfarrverbands Wadersloh. Seit 2010 ist er emeritiert, war aber noch für die Pfarrei tätig.

Die Pfarrei St. Margareta lädt für Donnerstag, 7. November, ab 19.30 Uhr zu einer Informationsveranstaltung zu dem Thema nach Bad Waldliesborn ins Pfarrheim „Die Brücke“ ein.

Wer selbst betroffen ist oder Hinweise geben kann, sollte sich bei den Opferbeauftragten Bernadette Böcker-Kock, 0151/63404738, oder Bardo Schaffner, 0151/43816695, melden.

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