Mit Kraft der Sonne einmal um die Welt
Bild: Mense
Ein Jahr unterwegs mit der Kraft der Sonne: Matthias Drossel aus Unna gehört zum Team der Hochschule Bochum, das mit dem „SolarWorld GT“ die Welt umrundet. Am Donnerstag ist das Fahrzeug in den Kreisen Warendorf und Gütersloh unterwegs.
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Am Dienstag feierte das Team an der Geburtsstätte des Sonnenwagens symbolisch „Halbzeit“: Australien, Neuseeland und die USA und damit mehr als 16 000 gefahrene Kilometer sind abgehakt. Bis Ende des Jahres geht es quer durch Osteuropa, durch Russland, die Mongolei und China. Die Gesamtstrecke würde einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde bedeuten.

Fahrzeug wird wie rohes Ei behandelt

Für Matthias Drossel (24) aus Unna ist die Reise Abenteuer pur und eine Erfahrung, die nicht zu ersetzen ist – auch wenn die Tour nicht unmittelbar als Teil des Studiums anerkannt wird. Dennoch stehen die Ingenieurwissenschaften im Mittelpunkt: Die erste Weltumrumdung mit einem Solarmobil soll zeigen, wie leistungsfähig und alltagstauglich ein solches Fahrzeug mittlerweile sein kann. Acht Studenten nehmen an der Tour teil, zwei Begleitfahrzeuge eskortieren das Solarmobil auf seiner Reise. Die Mitfahrer sind für die technische Betreuung, für Logistik, Streckenführung und Sicherheit erforderlich. „Jede Engstelle auf der Straße und jedes Schlagloch müssen per Funk an den Piloten des Solarwagens gemeldet werden. Das Fahrzeug wird wie ein rohes Ei behandelt“, sagt Drossel. Kein Wunder bei einem reinen Materialwert von etwa 400 000 Euro. Zwar gibt es Ersatzteile an Bord der Begleitfahrzeuge. Ein Unfall mit Schäden an der Carbon-Karosserie jedoch würde unvermeidlich das Ende der Weltumrundung bedeuten.

Auf Komfort wird aus Gewichtsgründen verzichtet

Die ist für Matthias Drossel kein reines Urlaubsvergnügen, auch wenn in Zelten oder Jugendherbergen übernachtet wird. Im Vergleich zu seinen Vorgängermodellen weist der „SolarWorld GT“ genannte Wagen schon Ähnlichkeiten zu herkömmlichen Sportwagen auf: vier Räder, zwei Seitentüren, das Design erinnert an einen Audi TT. Auf Komfort muss aus Gewichtsgründen verzichtet werden. Harte Federung, hoher Geräuschpegel bei der Fahrt, Klimaanlage Fehlanzeige – „Letzteres kann bei 40 Grad im Schatten vor einer roten Ampel richtig zum Problem werden“, berichtet Drossel aus der Fahrpraxis. Ansonsten lässt er auf den Wagen trotz kleinerer Anfangsprobleme nichts kommen: „Läuft echt super.“

Lesen Sie einen Hintergrund und ein Interview zu diesem Thema in der Mittwochs-Ausgabe der „Glocke“.

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