Mit erfundenem Mord die Ehe retten
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Eine hanebüchene Geschichte von einem Mordfall in Bielefeld erzählte ein Schweizer seiner Frau. Angeblich war er darin selbst verwickelt. Der Mord fand aber nie statt. Jetzt wurde der Schweizer verurteilt.
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Wegen Falschaussage, Verleumdung und Vortäuschung einer Straftat wurde der mehrfach vorbestrafte Schweizer nun verurteilt. Er erhielt eine Geldstrafe in Höhe von 14 400 Euro und sechs Monate Haft auf Bewährung.

Ermittlungen zu dem angeblichen Mordfall kamen ins Rollen, als der 43-Jährige 2011 wegen eines anderen Delikts vom Landeskriminalamt Bregenz verhört wurde. Um von der eigentlichen Tat abzulenken, erzählte der 43-Jährige den Beamten die erfundene Mordgeschichte.

Die Bluttat sollte sich bereits im September 1989 ereignet haben. Das schreibt das österrische Internetportal Vorarlberg Online. Dr. Reinhard Flatz, Pressesprecher des Landgerichts Feldkirch, bestätigte auf „Glocke“-Anfrage die Berichterstattung.

Erst war ein Jogger, dann ein Arzt das angebliche Opfer

Der Schweizer war mit einer Österreicherin verheiratet, als er gemeinsam mit zwei Komplizen in das Bielefelder Haus eines Zahnarztes eingebrochen sein will. Dabei seien die Drei von einem Jogger ertappt worden. Zunächst gab der Mann an, einer seiner Komplizen habe den Jogger mit drei Schüssen getötet. „Später hieß es, dass der Arzt das Mordopfer gewesen sein soll“, berichtet Sonja Rehmert, Pressesprecherin der Polizei Bielefeld. Die dortigen Beamten waren nach Bekanntwerden der Mordgeschichte hinzugezogen worden.

Diese stellte sich laut Rehmert aber schnell als unwahr heraus: Der betreffende Zahnarzt war wohlauf. Zudem war in sein Haus nie eingebrochen worden. Tatsächlich hatte der Schweizer eine Affäre mit der Frau des Arztes gehabt. Seiner Gattin erzählte er aber, er habe wegen des Mordes Schuldgefühle und sei deshalb immer wieder zum angeblichen Grab des Mordopfers nach Bielefeld gefahren.

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