Mond leuchtet blutrot am Nachthimmel
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Der Mond leuchtet in der Nacht zum kommenden Montag rot bis orange. Die totalen Mondfinsternis lässt sich, wolkenfreier Himmel vorausgesetzt, gut beobachten.

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Beobachtet werden könne die Mondfinsternis in Deutschland am 28. September praktisch überall gleich gut. Künstliches Licht dürfte aber stören. „Nicht unter die Straßenlaterne stellen“, riet Björn Voss, Leiter des Planetariums im LWL-Museum für Naturkunde in Münster.

 „Die beste Zeit für die Beobachtung ist zwischen 4.11 Uhr und 5.23 Uhr“, sagt Gert Küllkens, 2. Vorsitzender der Vereinigung Krefelder Sternenfreunde. In ganz Mitteleuropa kann die totale Mondfinsternis beobachtet werden. Der Mond zeigt sich dann als „Super-Blutmond“, da er in der Nacht zum 28. September unserem Planeten besonders nahe ist und entsprechend groß wirkt. Blutrot wirkt er, weil langwelliges Licht von der Erdatmosphäre in den Schattenkegel gestreut wird. Der Vollmond ist in dieser Nacht der Erde 356.880 Kilometern auch noch so extrem nah, dass dies Springfluten und Spannungen in der Erdkruste hervorrufen kann.

Die Phasen der totalen Mondfinsternis

Um 3.07 Uhr tritt der Mond in den Kernschatten der Erde ein. Um 4.11 Uhr beginnt die totale Phase und damit die Rotfärbung, die um 4.47 Uhr mit der maximalen Verfinsterung ihren Höhepunkt erreicht. Um 5.24 Uhr endet die totale Phase, den Kernschatten verlässt der Trabant um 6.27 Uhr. Um 7.24 Uhr ist das Himmelsschauspiel endgültig vorbei.

Astronomen erklären das Himmelsschauspiel

Sternenfreunde in Münster  können das Spektakel zwischen zwei und sechs Uhr auf dem Vorplatz des Naturkundemuseums durch Teleskope bewundern.

Die Sternwarte Recklinghausen  lädt alle Interessierten ein, die totale Mondfinsternis auf der Sternwarte zu beobachten, der Eintritt ist frei.

In Bonn  erklärt Astronom Stefan Kruse die Hintergründe des Himmelsspektakels und wie und wo man es in der Umgebung beobachten kann. Der Vortrag in der Bonner Sternwarte beginnt um 19 Uhr und kostet zwei Euro.

Der Astronomische Arbeitskreis in Mönchengladbach  bietet eine öffentliche Beobachtung auf dem Gelände des Wasserwerkes Rheindahlen ab 4.00 Uhr an. Dazu sollen Hintergrundinformationen vor Ort erklärt werden.

Wer das Ereignis verschläft, muss sich gedulden: Die nächste totale Mondfinsternis wird erst wieder in drei Jahren - am 27. Juli 2018 - in Deutschland zu beobachten sein.

Mondfinsternis häufiger als Sonnenfinsternis

Nur bei Vollmond kann es eine totale Mondfinsternis geben. Der Mond steht dabei von der Sonne aus gesehen genau hinter der Erde und taucht in ihren Schatten ein. Er wird jedoch nicht komplett finster: Langwelliges Licht, das von der Erdatmosphäre gebrochen und in den Schattenbereich gelenkt wird, färbt den Mond während der Finsternis rotbraun. Die Mondbahn ist gegen die Erdbahn leicht gekippt, deshalb kommt es nicht bei jedem Vollmond zu einer Finsternis. Meist wandert der Vollmond ober- oder unterhalb des Erdschattens vorbei. Aus demselben Grund kommt es auch nur selten bei Neumond zu einer Sonnenfinsternis. Der Mondschatten muss dazu auf die Erde treffen und nicht ober- oder unterhalb an ihr vorbeiwandern. Entgegen dem landläufigen Eindruck sind Mondfinsternisse seltener als Sonnenfinsternisse: Auf fünf Sonnenfinsternisse kommen im selben Zeitraum im Schnitt nur etwa drei Mondfinsternisse. Da Mondfinsternisse jedoch stets von der gesamten dem Mond zugewandten Erdhalbkugel aus zu sehen sind, Sonnenfinsternisse jedoch nur in einem maximal 300 Kilometer schmalen Streifen, lassen sich Mondfinsternisse häufiger beobachten.

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