Münster: Klage gegen Beherbergungssteuer
Bild: Zinke
Sehen in den rückläufigen Übernachtungszahlen für Münster die negativen Auswirkungen der Beherbergungssteuer bestätigt: (v. l.) Hotelier Andreas Janzen (Hotelfachgruppe Dehoga), Dehoga-Geschäftsführerin Renate Dölling und Hotelier Georg König (Hotelfachgruppe Dehoga).
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 Touristen müssen seit Juli 2016 4,5 Prozent Aufschlag auf jede Übernachtung entrichten und damit die allgemeine Kasse der Kommune auffüllen. „Viele Städte vermelden 2016 als Rekordjahr bei den Übernachtungszahlen. Aber hier haben wir ohnehin einen teuren Standort und nun zusätzlich die Steuer. Wenn man mit der Familie verreist, kommt da schnell eine hohe Summe zusammen“, sagt Andreas Janzen, Betreiber des Stadthotels an der Aegidiistraße und Vorsitzender der Dehoga-Hotelfachgruppe. Privatreisende wichen daher auf preiswertere Unterkünfte aus – die nicht unbedingt in Münster liegen. „Die Betriebe sind vor allem verärgert, weil die Abgabe nicht in die Förderung des Tourismus fließt. Sie haben viel Aufwand, bekommen aber nichts dafür.“

Während viele Touristen sich schlicht beschwerten, bereiteten die Geschäftsreisenden, die die Steuer nicht entrichten müssen, viel Arbeit. Stadt und Hotel müssten jede einzelne Übernachtung daraufhin überprüfen, ob die Befreiung rechtens ist. „Nach einem Jahr wird das System ausgewertet. Wir hoffen, dass dabei herauskommt, dass die Million Euro an Einnahmen all diese Mühen nicht rechtfertigt“, sagt Renate Dölling, Geschäftsführerin des Dehoga im Münsterland.

Gestern hat der Verband Klage gegen die Beherbergungssteuer am Verwaltungsgericht Münster eingereicht, nachdem der Widerspruch der Kommune abgelehnt worden war. In anderen Städten schwelen ähnliche Konflikte, drei deutsche Hoteliers sind vor das Bundesverfassungsgericht gezogen. Das Urteil steht noch aus.

Mit einer großen Messe für Fahrwegtechnik und den Skulptur-Projekten könnte 2017 dennoch ein gutes Jahr für die Hotellerie in Münster werden. Die Zukunft aber birgt Ungewissheiten: Vier neue Hotels und ein Hostel bieten bald fast 1500 neue Betten an, rund 4700 Betten gibt es zurzeit in 55 Hotels. Ob danach noch die wirtschaftlich erforderliche Auslastung von rund 70 Prozent erreicht werden kann, bezweifeln die Unternehmer.

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