Münster-Marathon im Rückwärtslauf
Bild: Kuzmik
Etwa alle 200 Meter schaut sich Markus Jürgens um, wenn er am Sonntag den Münster-Marathon bestreitet - er läuft die gesamte Strecke rückwärts.
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Am Sonntag legt er beim 15. Volksbank-Münster-Marathon die gesamten 42,195 Kilometer rückwärts zurück.

Vor zwei Jahren, bei seiner Rückwärts-Marathon-Premiere in Münster, kam er nach 4:10:58 Stunden ins Ziel. Diesmal hofft er, die Vier-Stunden-Marke zu unterbieten. „Die Zeit ist allerdings zweitrangig, zumal mich im Training eine heftige Erkältung gebremst hat. Aber ich möchte die geniale Stimmung in Münster genießen.“

Was zum Teufel treibt einen an, solche lange Distanzen rückwärts zu laufen? „Ich habe eine neue Herausforderung gesucht“, sagt Ausdauerspezialist Jürgens, der als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sportwissenschat der WWU Münster arbeitet, und pro Woche auf 10 bis 15 Stunden Sport kommt. Bislang absolvierte er 29 Marathon- und Ultrawettbewerbe, irgendwann wurde ihm das Vorwärtslaufen aber zu langweilig. Mit dem „Retrorunning“, wie das Rückwärtslaufen auch genannt wird, setzte er einen neuen Reiz.

Inspiriert durch seinen Kumpel Achim Aretz aus Münster, eine Art Pionier im Rückwärtslaufen in Deutschland und Marathon-Weltrekordler (3:42:41 Stunden), unternahm Jürgens die ersten Rückwärts-Versuche. „Anfangs hatte ich ziemlich Muskelkater, weil man fast nur auf dem Vorderfuß läuft, und deshalb die Belastung für die Waden sehr groß ist. Aber dann ging es immer besser. Mittlerweile ist es meinem Körper egal, ob ich vorwärts oder rückwärts laufe.“

2014 wurde Jürgens Weltmeister im Halbmarathon-Rückwärtslaufen in 1:50:02 Stunden, in diesem Jahr verlor er den Titel an Achim Aretz. In Münster wird er am Sonntag von einem Vorwärtsläufer begleitet, der per Handzeichen auf Hindernisse oder Richtungswechsel hinweist. „Auf ihn kann ich mich total verlassen und muss mich nur etwa alle 200 Meter mal umschauen“, sagt Jürgens.

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