Münster siegt 1:0 - Sprengkörper-Fund
Bild: Penno
33. Minute, die Entscheidung: Preußen-Stürmer Marco Königs dreht nach seinem Siegtor gegen Osnabrück jubelnd ab.
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Das entscheidende Tor erzielte Stürmer Marco Königs, der zuletzt beim 1:2 in Regensburg eine schöpferische Pause bekommen hatte, per Kopf nach einen feinen Flanke von Patrick Huckle (33.). Kollektive Erleichterung beim SCP, der seinen Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz sechs Spieltage vor Saisonende auf sechs Punkte ausgebaut hat.

Siegtor durch Marco Königs

Königs Siegtor war der Höhepunkt einer aus Preußen-Sicht blitzsauberen ersten Halbzeit. Die Gastgeber waren dem lethargisch und leblos auftretenden VfL in allen Belangen überlegen. Das einzige Problem: Es fiel nur dieses eine Tor. Vunguidica (7.), Truckenbrod (18.) und Kühne (23.) zielten zu ungenau, Königs Schuss aus kürzester Distanz parierte Osnabrücks Schlussmann Manuel Riemann glänzend (9.).

Osnabrück lethargisch

„Wir wollen euch kämpfen sehen“, skandierte der enttäuschte VfL-Anhang bereits nach einer halben Stunde. Gäste-Trainer Claus-Dieter Wollitz, der gerade erst die fehlende Leidenschaft seiner Mannschaft beklagte hatte, verfolgte das Treiben seiner Schützlinge mit verschränkten Armen regungslos am Rande der Bande.

Rauchbomben und Bengalos

Weil einige Unverbesserliche im Preußen- und VfL-Fanblock Rauchbomben und Bengalos zündeten, pfiff Schiedsrichter Tobias Welz die zweite Halbzeit mit ein paar Minuten Verspätung an. Dotchev musste umstellen, für den verletzten Clement Halet kam Massimo Ornatelli, Kapitän Kühne rückte von der Sechs zurück in die Innenverteidigung.

Masuchs Rettungstat

Osnabrück tat nun etwas mehr für die Offensive, was angesichts des Rückstandes wenig verwunderte. Wollitz brachte mit Kachunga und Salger nach einer knappen Stunde zwei frische Kräfte, Münster geriet allmählich in Bedrängnis. In der 66. Minute lag der Ausgleich in der Luft, doch Daniel Masuch rettete zunächst gegen Kampl und Sekunden später in höchster Not auch gegen Kachunga. Glück für den SC Preußen. Zittern, hoffen, bangen, dann war endlich Schluss. Durchatmen.

Sprengkörper am Osnabrücker Bahnhof gefunden

Die Polizei hat auf dem Bahnhof in Osnabrück am Dienstagnachmittag einen Sprengkörper sichergestellt. Der sogenannte Polen-Böller sei im Zuge eines größeren Polizeinsatzes wegen des Ansturms von rund 1800 Fußball-Fans entdeckt worden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Osnabrück. Der Sprengkörper sei sichergestellt und Anzeige gegen Unbekannt erstattet worden.

Welche Schäden er hätte anrichten könne, hänge von mehreren Faktoren ab und könne daher nicht genau abgeschätzt werden, sagte der Sprecher weiter. Es handele sich nicht um einen legalen deutschen Sprengkörper. Möglich sei, dass ihn vielleicht einer von den Fußball-Fans bei sich hatte und zurückließ, als er das große Polizeiaufgebot bemerkte. Unter den Fußballreisenden, die sich mit dem Zug zum Spiel des VFL Osnabrück nach Münster aufmachten, seien auch gewaltbereite Fans gewesen. Im September vergangenen Jahres hatte ein Münsteraner Ultra-Fan im Osnabrücker Fußballstadion einen Sprengkörper gezündet und dabei 33 Menschen verletzt. Der Mann war im vergangenen Monat zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

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