Münsteraner halten fest zusammen

Knapp 6500 Mitglieder zählt die Gruppe in dem sozialen Netzwerk. Seit Samstag gibt es auch eine Sachspendenaktion - organisiert über die Facebookgruppe. In einer Lagerhalle im Münsteraner Stadtteil Handorf können Menschen Spenden abgeben, die dann denjenigen zugute kommen, die durch das Unwetter am Montag alles verloren haben.

Auch für Ermahnungen wird die Gruppe genutzt. Auf einem dort geposteten Foto sind blaue Müllsäcke zu sehen. Versehen sind diese mit einem Schild, dass die Säcke bisher drei Mal aufgerissen worden seien, es aber definitiv nichts verwertbares darin gebe und sie bitte nicht nochmal aufgerissen werden sollen.

Soforthilfe von der Stadt

Wer in der Unwetternacht alles verloren hat, keine Versicherung und keine ausreichenden eigenen Mittel hat, um sich zu helfen, erhält von der Stadt Münster eine finanzielle Soforthilfe. Die Einmalzahlung orientiere sich an

Sperrmüllberge im Stadtteil Kinderhaus
den Sätzen, die auch Sozialhilfeempfänger in Notlagen bekämen: 1380 Euro für einen Ein-Personen-Haushalt, für jede weitere Person in der Wohnung 349 Euro. Das teilte die Stadt Münster am Freitag mit. Müsse der Keller entrümpelt und entfeuchtet werden, gebe es ebenso weitere finanzielle Hilfe wie für Bekleidung. Sei die Bedürftigkeit schriftlich versichert, bekämen die Betroffenen vor Ort sofort einen Scheck ausgestellt. Anlaufstellen für Fragen der schnellen Unterstützung sei das Sozialamt, heißt es weiter.

Keine Hilfe vom Land

Die sintflutartigen Regenfälle Anfang der Woche haben in  NRW Schäden in dreistelliger Millionenhöhe verursacht. Hilfen des Landes an die Kommunen wie nach Sturmtief „Ela“ mit großen Schäden am Baumbestand sind aber nicht geplant, teilte eine Sprecherin des Innenministerium in Düsseldorf mit. „Ela“ sei ein Jahrhundertereignis gewesen, heißt es. Bei den Unwettern zu Beginn dieser Woche habe es sich nur um Starkregen gehandelt. Auf besonders betroffene Städte wie zum Beispiel Münster kommen nun hohe Belastungen zu, viele Schäden sind kaum versichert, und angeforderte Einsätze auswärtiger Feuerwehren müssen auch bezahlt werden.

Bürgermeister Markus Lewe (CDU) hat sich mit einem Brief an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) gewendet, und um Hilfe für die Domstadt gebeten.

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