Münsterland geeignet für Atommüll-Endlager
Für den Atommüll wird seit Jahrzehnten ein Endlager gesucht. Nach Ansicht von Experten käme für eine solches Lager auch das Münsterland und Teile Ostwestfalens infrage.

Insgesamt 90 Gebiete in Deutschland sind nach Angaben der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) geeignet. Davon liegen acht in NRW. Die sich teilweise überlappenden Teilgebiete umfassen eine Gesamtfläche von gut 10.000 Quadratkilometern, etwa 30 Prozent von ganz NRW.

Günstige Voraussetzungen für Endlager

Die Geologie in Deutschland erlaubt nach Ansicht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) in jedem Fall den Bau eines Endlagers für hoch radioaktiven Atommüll. "Die Geologie ist von Nord bis Süd und Ost bis West so günstig, dass sich ein Standort wird ermitteln lassen", sagte BGE-Geschäftsführer Stefan Studt am Montag in Berlin. Die ausgewählten Regionen seien aber "noch lange kein Endlagerstandort", sagte Studt weiter.

Der Süden Nordrhein-Westfalens und fast das ganze Ruhrgebiet scheiden dagegen als möglicher Standort aus. Dort gibt es keine geeigneten Gesteinsschichten, oder die Folgen des Bergbaus schließen ein Endlager aus.

Pinkwart: Werten Bericht sorgfältig aus

Die Landesregierung werde den Zwischenbericht sorgfältig auswerten, kündigte Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) an. NRW habe sich "stets zu seiner Verantwortung beim Erbe der Nutzung der Kernenergie bekannt", sagte er. Die Endlagersuche müsse weiterhin ohne Verzögerungen durchgeführt werden, "damit auch die in NRW lagernden hochradioaktiven Abfälle wie vorgesehen ihren endgültigen Lagerort finden".

Zwischenlager in Ahaus

Im Zwischenlager Ahaus sind derzeit 329 Behälter mit Brennelementen aus deutschen Kernkraftwerken gelagert. Darunter sind 305 Behälter aus dem stillgelegten Thorium-Hochtemperatur-Reaktor (THTR) in Hamm-Uentrop. Auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich sind 152 Castoren zwischengelagert. Sie enthalten abgebrannte Brennelemente des stillgelegten Jülicher Atomversuchsreaktors. Auch für sie muss ein Endlager gefunden werden.

Geologisch geeignet für den Einschluss von Atommüll sind Ton, Salz oder Kristallin, also vor allem Granit. Im Münsterland und Teilen Ostwestfalens findet sich dem Zwischenbericht zufolge eine maximal 1200 Meter dicke Schicht aus Tongestein, die in 400 bis 1500 Metern Tiefe liegt. Dieses Teilgebiet, zu dem auch der Süden Niedersachsens gehört, reicht ungefähr von der niederländischen Grenze im Westen bis in den Kreis Lippe im Osten des Landes. Im Süden geht es bis zum Rand des Ruhrgebiets. Salzschichten finden sich dem Bericht zufolge in zwei Regionen in NRW - am Niederrhein und ganz im Osten des Landes in Wesernähe. Am Rhein hat die Salzlagerung eine maximale Dicke von 830 Metern und liegt zwischen 400 und 1500 Meter unter der Erdoberfläche. Im Osten von NRW gibt es solche Salzlagerungen in den Kreisen Lippe und Höxter. Dieses Teilgebiet reicht auch nach Niedersachsen und Hessen.

Bevölkerungsdichte wird berücksichtigt

In den kommenden Monaten und Jahren werden die möglichen Standorte nach und nach weiter eingegrenzt, indem weitere Kriterien - etwa die Bevölkerungsdichte - berücksichtigt werden. 2031 soll der Standort gefunden sein, ab 2050 soll die Einlagerung beginnen. Die bundesweite Endlagererkundung war angesichts des jahrzehntelangen Widerstands gegen den Ende der 1970er Jahre ins Auge gefassten Standort im niedersächsischen Gorleben gestartet worden. Die Fachleute haben anhand von elf Kriterien die geologische Eignung für ein Endlager bewertet. Dazu haben sie mehr als eine Million Daten ausgewertet. Im weiteren Verfahren ist auch eine Bürgerbeteiligung vorgesehen.

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Diese Gebiete sind günstig für die Errichtung eines Atommüll-Endlagers.