Museen in Münster öffnen wieder
Bild: Kutzendörfer
Warten auf die Eröffnung des Archäologischen Museums in Münster: Museumsdirektor Prof. Achim Lichtenberger mit dem Gipsabguss der Friedensgöttin Eirene nach der Statue der berühmten Eirene des griechischen Bildhauers Kephisodot.
Bild: Kutzendörfer

Noch wird in allen Ecken geklopft und gewerkelt, das Modell des Staatsmarkts von Athen aus der römischen Kaiserzeit steht aber bereits. „Vorher hatten wir dafür gar keinen Platz“, sagt Prof. Achim Lichtenberger, und jetzt kann fast der gesamte Bestand des Archäologischen Museums, dessen Leiter er ist, gezeigt werden.

Ausstellungsfläche vergrößert

Sowohl dieses Museum als auch das Bibelmuseum - beide gegenüber dem Museum für Kunst und Kultur gelegen - haben umfangreiche Um- und Ausbauarbeiten hinter sich. „Wir haben jetzt mehr als doppelt so viel Fläche als vorher“, sagt Lichtenberger. Das Archäologische Museum ist in einem Jahr für 1,5 Millionen Euro um das Kellergeschoss auf 500 Quadratmeter erweitert worden. Hier unten wird der Besucher von antiken Vasen aus dem Mittelmeerraum begrüßt. Die Amphoren wurden aus gesunkenen Schiffen geborgen, erzählt der Experte. Unweit von ihnen steht die Skulptur von Augustus, dem ersten Kaiser der römischen Geschichte, dessen Wirken auf einer Tafel nachzulesen ist.

Begehbares Magazin

Die Rolle der Frau in der Antike, der Totenkult, die Technik, der Sport sind Themen, die Einblicke in Kunst und Kunsthandwerk des Mittelmeerraums und seiner Anrainerstaaten gibt. Sämtliche Sammlungsbestände, Skulpturabgüsse, Modelle antiker Monumente sowie die Münz- und die Hologrammsammlung – sind Teil von Lehre und Forschung der Uni Münster. „Wir haben jetzt auch ein begehbares Magazin“, sagt Lichtenberger, „eine Lehrwerkstatt mit Objekten, an denen geforscht wird und in denen Seminare stattfinden können“, in die aber auch Besucher einen Blick werfen dürfen. Und in eineinhalb Jahren soll auch die „Münster-Mumie“ im altägyptischen Holzsarg, zurzeit nach Japan ausgeliehen, wieder da sein.

Nach fünfeinhalb Jahren werden Besucher auch wieder die Überlieferungsgeschichte der Bibel verfolgen können. Das münstersche Bibelmuseum zeigt künftig 1500 teils Jahrtausende alte Exponate in technisch neuem Gewand – etwa in zwei 13 Meter langen Vitrinen mit konstantem Klima sowie unter hochmoderner Beleuchtung. Baukosten: 1,7 Millionen Euro.

Lutherbibel mit Widmung

Unter den Schätzen des Hauses ist eine Lutherbibel mit eigenhändiger Widmung des Reformators und eine kleine sumerische Tontafel von 2500 vor Christus, mit einem Schöpfungsbericht beschrieben. Zum ersten Mal sind auch die 650 altsprachlichen Bibeln der Sammlung „Walter Remy“ zu sehen, die europaweit größte Bibelsammlung aus Privatbesitz.

Eröffnung am langen Freitag

Die feierliche Eröffnung der beiden Museen findet im Rahmen des langen Freitags statt. Die Häuser sind an diesem Abend von 19.30 Uhr bis 22 Uhr geöffnet. Der Festakt beginnt zuvor um 17 Uhr im Auditorium des Museums für Kunst und Kultur am Domplatz 10. Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Prof. Dr. Hermann Parzinger, hält den Festvortrag zum Thema „Universitätsmuseen: Orte zwischen Forschung, Lehre und Öffentlichkeit“. Im Anschluss wird es eine Gesprächsrunde mit den Direktoren des Museums für Kunst und Kultur, des Bibel- und des Archäologischen Museums geben.

Vom morgigen Samstag an sind beide Museen regulär – in Anlehnung an das gegenüberliegende Museum für Kunst und Kultur – täglich in der Zeit von 10 bis 18 Uhr geöffnet, nur montags bleiben sie geschlossen. An jedem zweiten Freitag im Monat, am langen Freitag, sind die Häuser von 10 bis 22 Uhr auf.

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