Musik unter dem Baum nicht immer beliebt
Weihnachtsmusik kommt nicht in allen Haushalten an.

Es sei ein Phänomen unserer Zeit, dass in der Adventszeit nicht mehr bewusst gesungen werde. „Viele Leute merken gar nicht, dass sie mitsingen, wenn die Musik aus dem Radio oder von der CD kommt“, erklärt Loos. Er beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit der Geschichte weihnachtlicher Musik. „Das Weihnachtslied ist das älteste Volkslied, das wir in der Musikwissenschaft kennen“, sagt Loos.

Die Weihnachtstage seien noch die Zeit, in der am häufigsten gesungen werde. „Wenn es irgendwann diese Tradition überhaupt noch gibt, dann zu Weihnachten“, sagt Loos. Das hat für Dr. Walter Lindenbaum, Musikpädagoge an der Uni Münster, nachvollziehbare Gründe. „Im Winter schafft Singen soziale Nähe und Wärme“ Die Stimmung hebe es nachweislich jederzeit. „Man hat Sänger bei Chorproben untersucht: Das Stresshormon Cortisol wird beim Singen abgebaut.“ Wer sich auf diese Weise entspannt, steigert auch seine Konzentration. „Singen ist Mannschaftssport, man muss auf die anderen achten. Vor allem sollte es Spaß machen – der gute Klang ist erstmal nebensächlich.“ Kinder solle man früh ans Singen heranführen, damit sie Gefallen daran entwickeln. Aber auch Erwachsene können den Einstieg wagen. „Wer sich im neuen Jahr glücklicher fühlen will, sollte in einen Chor gehen.“

„Stille Nacht“ am beliebtesten

„Stille Nacht“ ist das beliebteste Lied: In einer Umfrage nannten gut 24 Prozent den Klassiker als ihre Nummer Eins unter den traditionellen Weihnachtsliedern in deutscher Sprache. Der Pfarrer Josef Mohr (1792-1848) als Texter und der Organist Franz Xaver Gruber (1787-1863) als Komponist schufen das inzwischen in rund 300 Sprachen übersetzte Lied, das erstmals am Heiligen Abend 1818 in einer Kapelle bei Salzburg erklang. Seit 2011 steht „Stille Nacht“

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