Mutter des Hauptopfers (11) festgenommen
Sexuellen Missbrauch der schlimmsten Art hat ein heute 11-jähriger Junge aus Münster über Jahre erlitten. Als Haupttäter gilt der Lebensgefährte seiner Mutter. Die 31-Jährige ist jetzt ebenfalls festgenommen worden. Sie soll seit Herbst 2018 vom Missbrauch gewusst haben. Dennoch schützte sie laut Staatsanwaltschaft ihr Kind nicht, duldete die Übergriffe sogar noch.

 Der heute elf Jahre alte Junge soll von seinem Ziehvater (27) und anderen Männern über Jahre hinweg immer wieder schwer sexuell missbraucht worden sein. Haupttatort soll eine Gartenlaube in Münster gewesen sein. Gegen die Mutter wird bereits seit Frühjahr 2020 ermittelt.

Nach einer Aussage eines angeklagten Mannes aus Aachen vor dem Landgericht Münster und nach weiteren Ermittlungen habe sich der dringende Tatverdacht gegen die Frau erhärtet, sagte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt am Freitag. Die Mutter des Kindes soll demnach mindestens seit Herbst 2018 davon gewusst haben, dass ihr Lebensgefährte ihren Sohn wiederholt schwer missbraucht habe. So soll ihr Freund ihr in einem Urlaub im Oktober 2018 den Missbrauch gestanden haben.

Missbrauch toleriert

 Sie tolerierte dem Verdacht zufolge, dass ihr heute 27 Jahre alter Lebenspartner mit dem Kind an zahlreiche Orte in Deutschland fuhr, an denen der Junge misshandelt worden sein soll. Die mutmaßlich vielfachen schweren Gewalttaten habe sie nicht verhindert. Sie habe an der Beziehung festgehalten und ihren Sohn dem Münsteraner "ungeschützt überlassen".

Auch besteht laut Mitteilung der Verdacht, dass die Mutter während eines Urlaubs 2019 in Dänemark ihren Sohn dazu ermuntert habe, Sex mit ihrem Lebenspartner zu haben. Bei dem anschließenden schweren Missbrauch soll sie dabei gewesen sein und nicht eingeschritten sein. Bislang äußerte sich die Frau aus Münster, die nun in Untersuchungshaft genommen wurde, nicht zu den Vorwürfen. Es bestehe der dringende Verdacht der Beihilfe - durch Unterlassen - zum schweren sexuellen Missbrauch von Kindern in einer Vielzahl von Fällen, hieß es. Bislang gebe es aber keinen dringenden Tatverdacht, dass die Frau wusste, dass neben ihrem Lebensgefährten auch andere Männer ihren Sohn schwer sexuell missbraucht haben sollen.

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