Mutter soll Hungertod von Baby geplant haben
Sie habe „ihre Tochter grausam und aus niederen Beweggründen durch Unterlassen getötet“. Das wirft die Staatsanwaltschaft in Arnsberg einer 22-jährigen Frau aus Soest vor.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau aus Soest vor, „ihre Tochter grausam und aus niederen Beweggründen durch Unterlassen getötet“ zu haben.

Vor einem Jahr war die Frau laut Anklage zu einer mehrtägigen Party nach Münster gefahren. Bei Nachfragen nach ihrer Tochter soll sie gesagt haben, dass das Kind bei den Großeltern sei. Doch stattdessen soll sie den Säugling allein in der Wohnung eines Mehrfamilienhauses am Soester Stadtrand zurückgelassen haben, so die Anklage. Vom dem schrecklichen Drama und dem Todeskampf des Babys bekam aber niemand etwas mit.

Die Anklage geht davon aus, dass die Mutter ihre Tochter absichtlich allein gelassen habe, damit das Mädchen während ihrer Abwesenheit stirbt. Als Motiv nennt die Anklage, dass das Kind dem bisherigen Leben der Mutter im Weg gestanden habe.

Erst zwei Wochen nach dem Tod des Babys wurde die Leiche entdeckt, weil einem Betreuer der Frau Ungereimtheiten aufgefallen waren. Im Vorfeld des Dramas soll sie nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Bekannten erzählt haben, dass ihre Tochter an einem Hirntumor leide und sterben werde. Die Obduktion des Babyleiche hatte aber keinen Hinweis auf eine Erkrankung ergeben.

Die 22-Jährige sitzt seit Mitte November 2013 in Untersuchungshaft. Sie wurde von einem Gutachter als voll schuldfähig eingestuft. Das Landgericht hat für den Prozess sechs Verhandlungstage bis Anfang Juli geplant.

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