Mutter verfolgt entsetzt Babymordprozess
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Maik W. wird vorgeworfen ein Baby missbraucht und getötet zu haben. Seit Mittwoch steht er in Bielefeld vor Gericht.
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 Maik W. soll in Herford im Februar über die kleine Amy-Marie hergefallen sein, als deren Mutter einen Abend in der Disco war. Amy-Marie war erst vier Monate alt. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat der arbeitslose Maler das kleine Mädchen zuerst sexuell missbraucht. Dann, als das Baby nicht mehr aufhören wollte zu schreien, soll er es heftig geschüttelt und geschlagen haben. Das Kind starb kurz darauf an den inneren Verletzungen in Folge der Misshandlungen.

Die Staatsanwälte sind überzeugt, dass der junge Mann mit einem Mord einen Missbrauch vertuschen wollte. Es gebe DNA-Spuren an dem toten Mädchen, die „nur damit zu erklären“ seien, sagte Ankläger Christoph Mackel. Der Angeklagte hatte selbst den Notruf gewählt. Den Ärzten fielen schon da verdächtige Male am Kind auf. Maik W. ließ das Blitzlichtgewitter von Fotografen völlig apathisch über sich ergehen. Der junge Mann mit einem wächsern-blassen Gesicht und kurzen, scharf gescheitelten Haaren hat keine Vorstrafen. Er wirkt eher wie ein dicklicher Teenager. Wenn sich die Vorwürfe bewahrheiten, droht Maik W. lebenslange Haft. Dass auch eine Sicherungsverwahrung über den Ersttäter verhängt werden könnte, gilt in Juristenkreisen dagegen als unwahrscheinlich.

 Der Angeklagte will sich erst beim nächsten Prozesstag äußern. In früheren Vernehmungen hat er die Tat geleugnet. Er hat behauptet, er habe helfen wollen und das Kind beatmet. „Das Mordmerkmal ist nicht gegeben“, sagte Verteidiger Alexander Strato, ohne Details zu nennen.

Die Mutter von Amy-Marie verfolgte im Publikums mit entsetzter Miene stumm die Verlesung der grausigen Anklageschrift. „Das Wichtigste ist, dass die Mutter erfährt, was überhaupt passiert ist“, sagte deren Anwältin Margarete Bökenkamp. Der Tod des Kindes sei nichts anderes als eine „Katastrophe“ für ihre Mandantin. „Sie hat das getan, was man immer Frauen rät: ,Such Dir jemanden, der aufpasst, und mach mal was für Dich.‘" Der Prozess wegen Mordes und schweren sexuellen Missbrauchs geht am 29. August weiter.

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