NRW hat größte Lücke bei Kita-Erziehern
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60 Prozent der Erzieherinnen in den Kitas arbeiten einer Untersuchung zufolge in Teilzeit. Mehr Anreize für eine Vollzeitbeschäftigung könnten den zunehmenden Mangel an Fachkräften in Kindergärten erheblich lindern, heißt es in einer Analyse der Bertelsmann Stiftung.
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Dafür wären 6750 Erzieher und Erzieherinnen notwendig. Anders als andere Bundesländer könne NRW auch weniger darauf hoffen, dass Erzieher in Teilzeit ihre Arbeitszeit aufstocken, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten „Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme“ der Gütersloher Bertelsmann-Stiftung. NRW habe schon den höchsten Anteil an Vollzeitstellen.

Der Anteil der Erzieher in Vollzeit beträgt demnach in NRW 56 Prozent. Bundesweit arbeiten im Durchschnitt nur 40 Prozent in Vollzeit. Damit sei das Aufstockungspotenzial in NRW geringer.

Durch geeignete Anreize könnte aber eine Trendumkehr bei Neueinstellungen gelingen, sagte Anette Stein von der Bertelsmann-Stiftung. In den vergangenen fünf Jahren sei bei den Neueinstellungen in NRW der Anteil der voll arbeitenden Erzieherinnen und Erzieher auf 37 Prozent gesunken. Möglichkeiten zur Aufstockung ihrer Stundenzahl haben in NRW vor allem jene 16 Prozent der Erzieherinnen und Erzieher, die derzeit weniger als 21 Wochenstunden arbeiten.

Im Westen steigende Nachfrage nach Ganztagsbetreuung

Der Bedarf an Erziehern könnte auch dadurch steigen, dass im Westen die Nachfrage nach Ganztagsbetreuung wächst. In NRW wird sich diese nur in abgeschwächter Form zeigen, hieß es: In NRW ist bereits für 39,2 Prozent der Kinder ab drei Jahren, die eine Kita besuchen, eine Betreuungszeit von täglich mehr als sieben Stunden vereinbart. Dies ist der zweithöchste Wert aller westdeutschen Bundesländer (Durchschnitt 30,1 Prozent).

Jörg Dräger vom Stiftungsvorstand forderte mehr Erzieherinnen in Vollzeit. „Kinder brauchen in ihrer Kita eine feste Bezugsperson. Das ist eine zentrale Frage der Qualität außerfamiliärer Kinderbetreuung.“

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