Nabu prüft Volksbegehren für Insekten
Archivbild: dpa
Nach dem Zwischenerfolg eines Volksbegehrens für den Insektenschutz in Bayern plant der Naturschutzbund (Nabu) in Nordrhein-Westfalen eine ähnliche Initiative
Archivbild: dpa

Nach dem Zwischenerfolg eines Volksbegehrens für den Insektenschutz in Bayern will der Naturschutzbund (Nabu) in Nordrhein-Westfalen eine ähnliche Initiative. „Wir prüfen das gerade intensiv“, sagte die Nabu-Sprecherin in NRW, Birgit Königs. Näheres will der Nabu am Samstag in Münster bekanntgeben. In Bayern hatten die Initiatoren des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ die notwendige Zahl von Unterstützern erreicht. In NRW gebe es noch rund 9000 Insektenarten, sagte Königs. Ihre Zahl gehe aber durch Pestizide und Überdüngung dramatisch zurück. Das bayerische Volksbegehren zielt auf besser vernetzte Biotope und den besseren Schutz von Uferrandstreifen sowie die stärkere Förderung des ökologischen Anbaus. Vor allem die Situation der Wildbienen in NRW sei kritisch, betonte der Sprecher des NRW-Umweltministeriums, Peter Schütz.

51,6 Prozent der Bienen- und Wespenarten gefährdet

Während es den Honigbienen landesweit recht gut geht, sieht es bei den Wildbienen ganz anders aus
Die aktuelle Rote Liste NRW stuft 51,6 Prozent der Bienen- und Wespenarten als gefährdet ein. Mit einem Volksbegehren kann dem Landtag ein Gesetzentwurf vorgelegt werden, wenn mindestens acht Prozent der Stimmberechtigten unterschreiben - das entspricht rund einer Million Menschen. Dank der Tätigkeit der rund 11.000 Imker in Nordrhein-Westfalen mit jeweils im Schnitt acht bis zehn Bienenvölkern geht es den Honigbienen landesweit offenbar recht gut. Die Wintersterblichkeit liege 2018/19 voraussichtlich bei etwa 15 Prozent und damit im langjährigen Schnitt, sagte der Institutsleiter des bundesweit zuständigen Fachzentrums für Bienen und Imkerei im rheinland-pfälzischen Mayen, Christoph Otten. Ganz anders sieht die Situation laut NRW-Umweltministerium bei den Wildbienen aus. Die Honigbiene werde schließlich wie ein Haustier vom Menschen versorgt, notfalls sogar gefüttert und gegen Attacken der Varroamilbe tiermedizinisch behandelt, erklärte Schütz. All das gelte für die wildlebenden Bienen und Wespen nicht. Deswegen seien Honigbienen nicht gefährdet, gut die Hälfte der Wildbienen und Wespen aber schon. 713 Arten von Bienen und Wespen sind aktuell in NRW nachgewiesen - alle bestäuben Blütenpflanzen, auch die Wespenarten.

SOCIAL BOOKMARKS
Archivbild: dpa
Während es den Honigbienen landesweit recht gut geht, sieht es bei den Wildbienen ganz anders aus
Archivbild: dpa