Nach Tod eines Babys Ärztinnen angeklagt
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Der Tod eines Babys in einer Herforder Klinik hat ein gerichtliches Nachspiel. Gegen zwei Ärztinnen und eine Hebamme wurde Anklage erhoben.
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 Ein Verhandlungstermin am Amtsgericht Herford stehe aber noch nicht fest. Die werdende Mutter war am frühen Morgen des 2. Januar mit ersten Wehen in die Klinik gekommen. Eine 41-jährige Hebamme und eine 38-jährige Ärztin betreuten sie. Zunächst seien die CTG-Werte, mit denen die Herztätigkeit des Kindes und die Wehen der Mutter kontrolliert werden, unauffällig gewesen. Am Nachmittag gegen 16 Uhr habe es dann immer wieder Herzton-Aussetzer gegeben, sagte Mackel. Spätestens um 16.15 Uhr wäre ein Not-Kaiserschnitt angezeigt gewesen. Um 16.50 Uhr ordnete die Oberärztin (46), die in Rufbereitschaft war, telefonisch eine Mikro-Blutuntersuchung an. Damit sollte die Herztätigkeit des Babys kontrolliert werden. Das geschah aber nicht.

Kind war lebensfähig

Obwohl die Oberärztin davon erfuhr, habe sie nicht gehandelt, sagte der Staatsanwalt. Erst um 21.45 Uhr sei der Kaiserschnitt erfolgt. Da war das Baby aber schon tot. Ein Gutachten habe ergeben, dass das CTG technisch in Ordnung gewesen sei, berichtete Mackel. Einer weiteren Expertise zufolge war das Kind lebensfähig. Ein Kaiserschnitt wäre am Nachmittag unbedingt notwendig gewesen. Die Beschuldigten bestreiten die Vorwürfe.

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