Nationalpark Senne kein Ziel mehr
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Soll die waldreiche Region Teutoburger Wald/Senne als Nationalpark ausgewiesen werden oder nicht? In dieser seit Jahren andauernden Diskussion hat die CDU/FDP-Landesregierung nun deutlich gemacht, dass sie dies nicht möchte. Der Landesentwicklungsplan soll entsprechend geändert werden.
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NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) stellte gestern die wichtigsten – teilweise umstrittenen – Neuerungen in Düsseldorf vor. Demnach sollen Die NRW-Kommunen mehr Spielraum bekommen, um Flächen für Firmenansiedlungen und neue Wohngebiete ausweisen zu können.

Vor allem ländliche Kommunen sollen von den Änderungen profitieren. So dürfen künftig mehr als fünf Hektar Fläche pro Tag in NRW für Siedlungs- und Verkehrsflächen verbraucht werden. Schon jetzt seien es laut Pinkwart täglich neun Hektar. Windkraftanlagen sollen nur im Abstand von 1500 Metern zu Wohngebieten geplant werden können. Alle sechs Flughäfen in NRW gelten künftig als landesbedeutsam und können sich entsprechend entwickeln – also auch die in Weeze, Paderborn/Lippstadt und Dortmund.

Gestrichen wurden im LEP die Passagen, die die Ausweisung eines Senne-Nationalparks zwischen Augustdorf und Paderborn als Ziel benennen. Während der Chef der OWL-FDP, Frank Schäffler, dies als „gute Nachricht“ begrüßte, kam vom Naturschutzbund Nabu und den Grünen scharfe Kritik. „Hier wird mit einem Federstrich ein wichtiger Baustein der Regionalentwicklung ad acta gelegt“, heißt es in einer Mitteilung der Grünen-Landtagsabgeordneten Wibke Brems (Gütersloh), Sigrid Beer (Paderborn) und Matthi Bolte-Richter (Bielefeld). „Nur durch einen Nationalpark ist die höchste Schutzwürdigkeit der Flora und Fauna gegeben.“

Ein Sprecher des NRW-Wirtschaftsministeriums betonte gegenüber der „Glocke“, dass der Truppenübungsplatz aber weiterhin unter Naturschutz stehe. Zudem könne dort auch ohne Nennung im LEP ein Nationalpark eingerichtet werden.

Zu den geplanten Änderungen dürfen Bürger, Behörden und Institutionen von Mai bis Mitte Juli Stellung beziehen. In Kraft treten soll der LEP dann 2019.

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