Naturschützer contra Zementwerk
Bild: Schomakers
Zementwerk in Ennigerloh: Umweltschützer fürchten eine Belastung von Mensch und Natur durch die Verbrennung von flüssigen Abfallstoffen.
Bild: Schomakers

 „Da wird Abfall verfeuert, der eigentlich aufwendig und teuer entsorgt werden müsste“, sagt Claudia Baitinger, Abfallexpertin des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) aus Dorsten. Lösungsmittel, die in der Farbindustrie anfallen oder zur Reinigung von Maschinen gebraucht werden, sollen als flüssiger Brennstoff eingesetzt werden. Dieser sei deutlich gefährlicher als das bisher verwendete Materialgemisch. Im Zementwerk werden nach BUND-Angaben derzeit etwa Sägespäne und Papierabfälle aber auch Altreifen, Kunststoffe und Klebstoffreste verbrannt.

Die Umweltschützerin sorgt sich um Menschen und Natur in der Umgebung des Werks. In den Abgasen befürchtet die Umweltschützerin feinst verteilte Metallpartikel, die ähnlich wie Feinstaub über die Atmung bis in die Körperzellen von Lebewesen vordringen und dort Krankheiten auslösen könnten. Gefährdet seien durch zusätzliche Emissionen auch drei Naturschutzgebiete rund um das Zementwerk.

Werksleiter erwartet keine zusätzliche Umweltbelastung

Stephan Wehning, Leiter des Ennigerloher Zementwerks, bestreitet die Behauptungen der Umweltschützer: „Wir ersetzen lediglich einen Teil der festen Brennstoffe durch flüssige“, betont er. „Es gibt keine zusätzliche Belastung.“ Die flüssigen Brennstoffe seien sogar hochwertiger und teuerer im Einkauf als das bisher gebrauchte Material. Das Brennverhalten des Abfallgemischs werde durch den Einsatz der Lösungsmittel verbessert.

Wie die Stadt Enigerloh mit dem Thema umgeht und was die Genehmigungsbehörde plant lesen sie in der Donnerstagsausgabe der „Glocke“.

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