Naturschutz auf Truppenübungsplatz
Bild: Gog
Stellten die Vereinbarung über den Schutz von Natur und Landschaft auf militärisch genutzten Flächen in NRW in Münster vor: (v. l.) Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im NRW-Umweltministerium, Barbara Wießalla, Abteilungsleiterin für Umweltschutz im Bundesverteidigungsministerium, und Paul Johannes Fietz, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.
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Dort wurde die „Vereinbarung über den Schutz von Natur und Landschaft auf militärisch genutzten Flächen in Nordrhein-Westfalen“ veröffentlicht.

Seltene Pflanzen wachsen zwischen Panzerspuren

Wer den Inhalt der Vereinbarung verdeutlichen will, blickt auf das militärische Übungsgelände Dorbaum nördlich der Lützow-Kaserne. 2015 übernahm die Bundeswehr das 480 Hektar große Areal und nutzt es seither zu Übungszwecken mit Ketten- und Schwerlastfahrzeugen. Das macht der Natur nichts aus. Zwischen den Panzerspuren entwickelten sich in Dorbaum laut Biologischer Station Münsterland 350 Pflanzenarten, von denen jede Zehnte auf der Roten Liste steht.

Auf die besondere Bedeutung des blütenreichen Militärgeländes für die vielerorts schrumpfende Insektenwelt wies Dr. Heinrich Bottermann (CDU), Staatssekretät im NRW-Umweltministerium, hin. In Dorbaum seien Schmetterlinge und Libellen ausgemacht worden, die in der Region schon als verschollen galten.

Wuchernde Gehölze durch militärische Nutzung unterdrückt

Voraussetzung für das Aufblühen der Natur auf Truppenübungsplätzen ist laut Bottermann die militärische Nutzung, die die ungehinderte Ausbreitung von wuchernden Gehölzen wie Birke, Kiefer und Traubenkirsche verhinderten. Sie würden ansonsten die wertvollen Biotope zerstören.

Dorbaum sei ein Beleg dafür, dass die Kombination von militärischer Nutzung und Naturschutz „auf sehr hohem Niveau“ funktioniere, sagte Ministerialdirektorin Barbara Wießalla, Abteilungsleiterin für Umweltschutz im Bundesverteidigungsministerium, nach einer Exkursion über das Übungsgelände. Voraussetzung dafür sei das „reibungslose Zusammenspiel aller Kräfte“, erklärte Wießalla und nannte neben Bundeswehr und Bundesforst den ehrenamtlichen Naturschutz.

Münsters Standortältester, Brigadegeneral Michael Schoy, kann sich den Wolf als Beleg für Naturschutz auf dem Militärareal Dorbaum vorstellen. Er verwies auf eine Untersuchung, wonach sich das Raubtier auf Truppenübungsplätzen besonders wohl fühle.

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