Nazi-Stollen am Wochenende zugänglich
Bild: untertage-übertage.de
Ein Stollen an der Porta Westfalica, der 1944 und 1945 von den Nationalsozialisten für die Rüstungsproduktion angelegt wurde, ist an diesem Wochenende für angemeldete Besucher zugänglich.
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Tausende meldeten sich an, allerdings können nur 350 Teilnehmer an den Führungen am Samstag und Sonntag teilnehmen. Alle Angebote sind bereits ausgebucht. Die Führungen gehen durch Teile einer etwa 6500 Quadratmeter großen Anlage im Jakobsberg. Dorthin ließen die Nazis ab 1944 Teile ihrer Rüstungsproduktion verlagern. Unter menschenunwürdigen Bedingungen mussten KZ-Häftlinge in den Jahren 1944 und 1945 die Stollen dafür ausbauen. Mehr als 700 Häftlinge sind dadurch ums Leben gekommen.

Erst vor zehn Jahren habe die Stadt mit einer strukturierten Aufarbeitung ihrer Vergangenheit begonnen, erklärt Sprecherin Babette Lissner. Vier Außenlager des Hamburger Konzentrationslager Neuengamme befanden sich in Porta Westfalica.

„Wir sind völlig überwältigt von dem starken Interesse an den Führungen und bitten um Verständnis, dass dieses Mal nicht alle Interessierten mitgehen können“, sagt Bürgermeister Bernd Hedtmann. Nun müsse man darüber ins Gespräch kommen, wie dem eindeutigen Wunsch der Öffentlichkeit, etwas über die Geschichte des Konzentrationslagers und der Stollenanlage zu erfahren, in Zukunft Rechnung getragen werden könne.

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