Neubau der JVA Münster nicht in Sicht
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Die Justizvollzugsanstalt Münster ist baufällig und sollte längst durch einen Neubau abgelöst werden. Wann es soweit sein wird, steht aber in den Sternen.
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2013 hatten Justizministerium, Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW und die Stadt Münster erstmals öffentlich einen Kriterienkatalog vorgestellt, der der Suche nach einem geeigneten Ort für den Ersatzbau zugrunde liegen soll. 34 Standorte kamen damals generell in Frage, zehn in die engere Prüfung.

Mit dem Ergebnis, dass das letztendlich favorisierte Gelände an der Kötterstraße in Münster-Handorf gar nicht zur Verfügung stand: Die Bundeswehr, zu der der so genannte Standortübungsbereich gehört, erteilte den Planern, die sich dort ein neues Gefängnis vorstellten, 2014 eine endgültige Absage. Was Münsters Stadtdirektor Hartwig Schultheiß bis heute bedauert: „Das Gelände ist geeignet. Und es wird gar nicht genutzt. Da müsste man doch noch einmal nachfragen, warum es nicht in Frage kommt.“

Im Februar dieses Jahres war dann ein weiteres Areal aus der Liste der zehn möglichen Standorte in der – noch nicht öffentlich gemachten – Diskussion zwischen Justizminister, BLB, Oberbürgermeister Markus Lewe und Schultheiß. Der Haken hier: Das Gelände ist in Privatbesitz. „Der BLB wollte Grundstückverhandlungen aufnehmen. Aber was seitdem geschehen ist, haben wir noch nicht erfahren“, so der Stadtdirektor.

Bisher sollte bei der Standort-Entscheidung eine Rolle spielen, dass der Ort gut erreichbar ist, um Häftlinge problemlos zu den Gerichten der Stadt Münster fahren zu können. Mindestens zwölf Hektar sollte das Areal haben, um den Häftlingen gute Vollzugsbedingungen zu bieten. Wegen der nächtlichen Ausleuchtung der Haftanstalt dürfen keine Wohngebiete gestört werden, auch der Umweltschutz spielt eine Rolle.

Gegen einige dieser Argumente spricht, was nun aus dem NRW-Justizministerium zu hören war: Der 1853 fertiggestellte und wegen Einsturzgefahr geräumte Altbau an der Gartenstraße solle abgerissen werden und einem Neubau weichen. „Das Gelände ist aber mitten in der Innenstadt und nur vier Hektar groß. Und das Gebäude steht unter Denkmalschutz“, wundert sich Schultheiß. Wer hier neu bauen wolle, müsse bei der Bezirksregierung Münster zunächst eine Entlassung aus dem Denkmalschutz wegen erheblicher Mängel erreichen. „Ob das gelingt, ist fraglich.“

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