Neue Chance für Kohlekraftwerk Datteln
Zu 80 Prozent ist das Eon-Kraftwerk in Datteln fertiggestellt. Nun bestehen Chancen auf einen Weiterbau.

Am Freitag gab die Düsseldorfer Staatskanzlei grünes Licht für ein landesplanerisches Zielabweichungsverfahren. Eon hatte an einer anderen Stelle gebaut als im Plan vorgesehen war. Anwohner und Umweltschützer fürchten die ausgestoßenen Schadstoffe.

Remmel: „Keine Vorentscheidung“

NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) versicherte, mit der Einleitung des Verfahrens sei "keine Vorentscheidung über die Genehmigung von Datteln IV gefallen". Es werde ein neuer Genehmigungsprozess in Gang gesetzt, der immissions- und naturschutzrechtliche Prüfungen einschließe, teilte der Grüne mit. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland sprach dagegen von einer "politischen Sondererlaubnis für Eon und gegen die Anwohner". Die Opposition forderte Planungssicherheit für den Investor.

Das Projekt ist auch innerhalb der rot-grünen Koalition umstritten. Die SPD will den hoch effizienten Meiler nicht zum Milliarden-Grab verkommen lassen. Die Grünen lehnen neue Steinkohlekraftwerke wegen der Belastung des Klimas ab. Ihr Landesparteichef Sven Lehmann teilte über Twitter mit: "Am Ende werden die Gerichte entscheiden."

Standort fünf Kilometer entfernt

Jetzt ist der Regionalverband Ruhr (RVR) am Zug. Er berät am 13. Dezember über eine mögliche Regionalplanänderung. Dabei geht es um die nachträgliche Genehmigung des Bauplatzes. Das Kraftwerk war rund fünf Kilometer vom vorgesehenen Standort entfernt errichtet worden. Umweltschützer hatten dagegen vor dem Oberverwaltungsgericht Münster erfolgreich geklagt. Außerdem muss die Verwendung von Importkohle erlaubt werden. Das Steinkohlekraftwerk am Rand des Ruhrgebietes ist zu 80 Prozent fertiggestellt.

SOCIAL BOOKMARKS