Neuer Höhepunkt bei Tierseuche erwartet
Veterinär-Experten erwarten einen weiteren Höhepunkt bei den Schmallenberg-Infektionen mit der Kalbzeit im April und Mai.

Bei den Schafen gebe es derzeit keinen neuen Fälle, sagte Lanuv-Sprecher Peter Schütz auf Anfrage der „Glocke“. Grund dafür: die Lammzeit sei praktisch vorbei. Anders sei es bei Kälbern. „Wir rechnen mit einem Höhepunkt an erkrankten Tieren im April und Mai“, erklärte Schütz. Die Kalbzeit beginne in diesen Tage und dauere bis in den Herbst an. Schütz rechnet wegen der höheren Zahl an Rinder-Betrieben mit deutlich mehr Erkrankungsfällen als bei den Schafen. Im Münsterland sind bisher Erkrankungen in insgesamt 23 Betrieben aufgetreten.

Gespannt warten Virus-Experten und Landwirte auf den Herbst, wenn ab August die Schafe wieder Nachwuchs bekommen. Dann werde sich zeigen, erklärte Schütz, ob die Tiere einen eigenen Immunschutz gegen das Schmallenberg-Virus aufgebaut hätten. „Wenn sie den nicht haben, wird es schwierig“, sagte Schütz. Die Erkrankung müsste dann neu bewertet werden. Einen Schutz könnte in dem Fall wohl nur eine Impfung bieten, an der das FLI derzeit arbeite, so Schütz.

Kein Risiko für Menschen

Das Schmallenberg-Virus tritt bei Paarhufern auf.  Bei trächtigen Rindern, Schafen und Ziegen führt die Infektion zu Fehlbildungen des Nachwuchses und zu Totgeburten. Das Virus stellt nach Angaben des Friedrich-Löffler-Instituts für Tiergesundheit (FLI) kein Risiko für den Menschen dar. Übertragen werden die Viren durch Stechmücken, auch Gnitzen genannt. Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier kann man nach Angaben des FLI ausschließen.

Das Virus ist nach der Stadt Schmallenberg im Sauerland benannt. Dort wurde die Krankheit in Deutschland zuerst nachgewiesen.

SOCIAL BOOKMARKS