Noldes „Rentner“ zurück in Kunsthalle
Bereits in der Jubiläumsausstellung zum 50-jährigen Bestehen der Kunsthalle Bielefeld (September 2018 bis Februar 2019) präsentierte Vize-Direktorin und Sammlungsleiterin Dr. Jutta Hülsewig-Johnen stolz Emil Noldes Gemälde „Rentner“ (1920). Damals war es noch eine Leihgabe, mittlerweile wurde es für die Sammlung eingekauft

Konkret kam das Geschäft zustande durch die Förderung der Kulturstiftung der Länder und durch die Unterstützung Brigitte und Arend Oetkers und anderer privater Geldgeber sowie unter Beteiligung der Stadt Bielefeld.

Einst von den Nazis verkauft

Im Jahr 1929 war das 65 mal 40 Zentimeter große Bild in die Sammlung des damaligen Städtischen Kunsthauses Bielefeld gekommen – als Ankauf aus einer dortigen Nolde-Schau. 1937 wurde der „Rentner“ gemeinsam mit 135 anderen Kunstwerken durch das Reichspropagandaministerium aus der Sammlung entfernt, nach Berlin verbracht und verkauft. Als der „Rentner“ im Jahr 2018 – nach Jahrzehnten in Privatbesitz – wieder auf dem Kunstmarkt auftauchte, gelang es der Kunsthalle Bielefeld, das Gemälde für die eigene Sammlung zu sichern und Ende 2019 zurückzukaufen.

Damit ist nach dem „Sämann“ von Christian Rohlfs ein zweites, nach der Beschlagnahme 1937 verloren geglaubtes Hauptwerk der Gemäldesammlung in die Kunsthalle zurückgekehrt. Zur Sammlung gehören bereits zwei weitere Nolde-Gemälde: „Männerköpfe“ (1912, erworben 1961) und „Tropenwald“ (1914, Schenkung 1951).

Offiziell vorgestellt werden soll das Bild „Rentner“ am kommenden Mittwochmittag im Rahmen einer Pressekonferenz in der Kunsthalle.

SOCIAL BOOKMARKS