Obsternte in NRW fällt bescheiden aus
Deutlich weniger Äpfel als 2016 hängen in diesem Jahr an den Bäumen. Der Frost im April hat viele Blüten abgetötet.

Die Apfelernte hat gerade mit den frühen Sorten begonnen. In mehreren Bundesländern wurden schon Hilfszahlungen für die Bauern beschlossen.

Äpfel sind mit Abstand das beliebteste Obst der Deutschen: Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei über 24 Kilogramm im Jahr. Die Ernteausfälle betreffen nicht alle der mehr als 500 Obstbauern in NRW gleichermaßen. „Es gibt Betriebe, die große Schäden haben", so Muß. Andere hätten dagegen fast normale Erträge.

Bei den Bäckern ist die knappe Obsternte schon sichtbar: Dort liegt nur wenig Pflaumenkuchen in den Auslagen. Teils hängen nur 60 Prozent der üblichen Menge an den Bäumen: „Es gibt einfach weniger Pflaumen", sagt Muß.

Manche Anbauer hätten um den 19. April herum die zarten Blüten von Apfel und Birne mit Windmaschinen oder Beregnung schützen können. Aber bei weitem nicht jeder habe eine Beregnungsanlage. Das Ausmaß der Ernteausfälle hängt den Angaben zufolge aber auch vom Standort des Betriebes ab, der Witterung in den Nächten und der Apfelsorte, denn nicht alle blühen gleichzeitig.

In Westfalen-Lippe mit etwa 220 Obstbaubetrieben gebe es überall Einbußen, erklärte Bernd Dinkhoff von der Landwirtschaftskammer in Münster. „Es gibt einzelne, die nur knapp ein Fünftel ihrer normalen Ernte einfahren werden.“ Andere könnten bis zu 90 Prozent der üblichen Menge ernten.

Kirschen konnten einige wenige Obstbauern mit Foliendächern sichern, die gegen Regen schützen sollen. Darunter blieb es ein paar Grad wärmer. Die meisten Kirschen wurden laut Landwirtschaftskammer jedoch extrem vom Frost geschädigt, weshalb es nur wenige deutsche Kirschen gab.

SOCIAL BOOKMARKS