Opfer empfinden Cybermobbing als stark belastend
Jeder zweite Jugendliche, der im Internet Opfer von Mobbingattacken wird, leidet stark darunter. Das geht aus einer Studie des Instituts für interdisziplinäre Konfliktund Gewaltforschung der Uni Bielefeld hervor.

Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Online-Studie wird dieses Verhalten von etwa der Hälfte der Opfer als stark oder sehr stark belastend empfunden.

An der Studie des Instituts für interdisziplinäre Konfliktund Gewaltforschung (IKG) nahmen 1881 in Deutschland lebende Schüler teil und äußerten sich zu ihren Erfahrungen mit Cyberbullying als Opfer, Täter und Zeugen.

Der Begriff „Bully“ lässt sich mit „Tyrann“ und „Schulhofschläger“ übersetzen. Cyberbullying nennt man Attacken durch eine oder mehrere Personen über das Internet oder per Handy – etwa wenn Facebook oder Instant Messenger benutzt werden, um jemanden zu verleumden, bloßzustellen oder seinen sozialen Beziehungen zu schaden. Dabei wird ein Schwächerer wiederholt und absichtlich angegriffen.

Die Sozialwissenschaftler Dr. Peter Sitzer, Julia Marth und ihr Team wollen mit ihrer Untersuchung das Phänomen differenziert beschreiben. Ein Schwerpunkt der Online-Studie lag auf der von den Opfern empfundenen Belastung in Abhängigkeit der verschiedenen Formen von Cyberbullying.

Weitergabe privater Fotos und Videos besonders belastend

Ein Ergebnis der Studie ist, dass manche Formen von Cyberbullying von Betroffenen als stärker belastend empfunden werden als andere. Dazu zählt, dass mehr als die Hälfte der Opfer die Weitergabe privater Fotos und Videos als belastend ansieht, wenn sie damit lächerlich gemacht oder bloßgestellt werden soll. Die Forscher erklären sich diesen Befund damit, dass die Folgen dieser Form von Cyberbullying schlecht kontrollierbar sind, weil digitale Fotos und Videos beliebig oft vervielfältigt und verbreitet werden und auf diese Weise einem potenziell unbegrenzten Publikum verfügbar gemacht werden können.

Hingegen werden Spott, Beleidigungen, Beschimpfungen und Bedrohungen nur von etwa einem Viertel der Befragten als stark oder sehr stark belastend wahrgenommen. „Das könnte daran liegen, dass diese Form von Cyberbullying auch direkt an das Opfer gerichtet werden kann. In dem Fall werden relativ wenige Personen Zeuge“, sagt Peter Sitzer. Zum anderen sei denkbar, dass solche Übergriffe von den Jugendlichen als alltäglich und normal im Umgang mit Altersgenossen verstanden werden.

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