Ostern kann Licht und Glanz sein
In Paderborn hat Erzbischof Hans-Josef Becker in der Osternacht das neue Taufwasser gesegnet. Dazu wurde die Osterkerze in das Wasser getaucht.

Er sprach aber auch von Strukturen des Bösen und von der Schuld, die Unzählige in tiefste Verzweiflung und Not gestürzt habe. Die Osterbotschaft von Jesu Auferstehung könne zumindest am fernen Horizont Zeichen von neuem Leben, Gnade und Zuspruch sein.

Der Münsteraner Bischof Felix Genn bezeichnete den Glauben an die Auferstehung laut Mitteilung vom Ostersonntag als Licht, das auch in solch abgründigen Lebenssituationen scheinen könne, wie sie viele Menschen hätten erleben müssen. „Das Ganze, was da geschehen ist, hat eine Abgründigkeit, die wir gar nicht ausloten können“, hatte Genn bereits am Karfreitag gesagt. Doch Gott stehe den menschlichen Abgründen nicht unbeteiligt gegenüber, sondern sei sogar selbst in diese Abgründe gestiegen.

„Mode des Pessimismus“

Mutmachende Töne schlug Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, in ihrer Ostermontagspredigt an: Von heute auf morgen könne der Tod das Leben jäh zerstören, sagte sie laut Manuskript. Das Osterfest versuche nicht, den Tod zu verharmlosen oder schönzureden. Doch es scheue weder den Tod noch die hässlichen Töne und schäbigen Bilder des Alltags. „Gerade da will es hin mit seinem Glanz“, lautete ihre Osterbotschaft. Aachens Bischof Heinrich Mussinghoff bezog besonders die Opfer von Krieg und Vertreibung in sein Gebet mit ein. Es gelte, jener zu gedenken, die um ihres Glaubens willen hingerichtet oder verbannt worden seien, etwa die Opfer der Terrormiliz Islamischer Staat.

Mit dem Entzünden der Osterkerze hatte am Samstagabend Erzbischof Hans-Josef Becker die Osternacht im Paderborner Dom eröffnet. Die Auferstehungsbotschaft erreiche Menschen heute in einer Gesellschaft, in der Freude nicht selbstverständlich sei, sagte Becker laut Mitteilung. Stattdessen sehe er Misstrauen zwischen den Völkern sowie eine „Mode des Pessimismus“, die jungen Menschen das Zutrauen zum Leben verwehre, beklagte er. In seiner Predigt am Ostersonntag machte Becker Mut: Das Osterfest könne neue Begeisterung für die Botschaft Jesu wecken. „Dann heißt es: Gnade walten lassen statt Strafe, Gewaltlosigkeit statt Waffen, Freigiebigkeit statt Unmäßigkeit in allen Formen.“

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