Paziorek in den Ruhestand verabschiedet
Bild: Ostermann
Dr. Peter Paziorek ist am Freitag in Münster als Regierungspräsident verabschiedet worden. Das Bild zeigt (v.l.) Ehefrau Erika Paziorek, Dr. Peter Paziorek und NRW-Innenminister Ralf Jäger.
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Paziorek geht auf eigenen Wunsch in den Ruhestand. In zwei Tagen vollendet er sein 63. Lebensjahr. Er erreicht damit die für den freiwilligen Amtsverzicht erforderliche Altersgrenze. Der CDU-Politiker war seit dem 1. September 2007 Regierungspräsident in Münster. Zuvor hatte er 17 Jahre lang dem Bundestag angehört.

Innenminister Jäger hob die Arbeitsfreude, das Verantwortungsbewusstsein und die offene Art des scheidenden Regierungspräsidenten hervor. Man habe stets gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet. Pazioreks Rückzug sei ein Verlust für das Münsterland und die Emscher-Lippe-Region, sagte der SPD-Politiker.

Vermittelnde Rolle bei Verwaltungsstrukturreform

Die vermittelnde Rolle des Regierungspräsidenten bei der Verwaltungsstrukturreform würdigte Engelbert Rauen, Vorsitzender des Regionalrats im Regierungsbezirk Münster. „Sie haben wesentlich dazu beigetragen, dass die Bezirksregierungen weiter Bestand haben“, sagte er.

Dieser Einschätzung schloss sich auch Manfred Hüttermann, Vorsitzender des Personalrats der Bezirksregierung an. „Mit ihnen hatten wir einen verlässlichen und schlagkräftigen Partner an unserer Seite.“

Viel Lob, das Paziorek sichtlich gerührt zur Kenntnis nahm. Seine Amtszeit sei in jeder Hinsicht sehr erfüllend und befriedigend gewesen, sagte der 62-Jährige. Für die Zukunft äußerte er drei Wünsche: Zum einen sollten Kommunen durch Bund und Land eine ihren Aufgaben entsprechende Finanzausstattung erhalten. Des weiteren dürfe die innere Struktur der Bezirksregierung nicht verändert werden - etwa durch eine Auslagerung der Umweltverwaltung. Drittens wünscht sich Paziorek, der mittlerweile passabel Niederländisch spricht, eine noch intensivere grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den niederländischen Nachbarn.

Noch keine Entscheidung über Nachfolger

Über Pazioreks Nachfolge für das Amt des Regierungspräsidenten sei noch keine Entscheidung gefallen, wiederholte Jäger bei dem Festakt in Münster. Darüber werde das Kabinett auf seinen Vorschlag in absehbarer Zeit entscheiden. Der Innenminister betonte, dass man eine Persönlichkeit suche, „die kompetent ist und die Region und seine Menschen im Land vertreten kann“.

Bislang wurde erwartet, dass Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) der größten Oppositionspartei CDU traditionsgemäß das Regierungspräsidium in Münster überlässt. Doch in der SPD mehren sich offenbar Stimmen, diese Tradition zu durchbrechen und einen Sozialdemokraten auf den Posten zu berufen.

Wie sich Hannelore Kraft entscheiden wird, ist ungewiss. Übereilen muss sie nichts. Denn schon in der Vergangenheit – etwa beim Übergang von Regierungspräsident Erwin Schleberger auf Nachfolger Jörg Twenhöven (beide CDU) im Jahr 1995 ist das Amt mehrere Wochen kommissarisch von einem Vize-Regierungspräsidenten geführt worden. Diese Vorgehensweise wird sich jetzt wiederholen. Pazioreks Amtsgeschäfte werden vorläufig von der Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller-Elverfeld weitergeführt.

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