Pkw gerammt: Fahrerin ist schuldunfähig
Das Landgericht Münster hat eine 30-jährige Sendenhorsterin freigesprochen, weil sie nicht schuldfähig ist.

Zwar sah die 9. Große Strafkammer des Landgerichts einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr in Tateinheit mit Körperverletzung sowie die anschließende Fahrerflucht als erwiesen an.

Weil die Angeklagte aber zum Zeitpunkt der Tat nicht schuldfähig war, sprach das Gericht sie frei.

Unterbringung zur Bewährung ausgesetzt

Zum Schutz der Allgemeinheit ordnete die Kammer ihre Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an und setzte diese Einweisung auf fünf Jahre zur Bewährung aus.

Die Frau lebt zurzeit in einem geschützten Haus und muss dort auch bleiben. Sie muss weiterhin ihre Medikamente einnehmen und ihre laufende psychiatrische Behandlung fortsetzen. Zusätzlich muss sie sich wöchentlich einer ambulanten Therapie in einer Fachklinik unterziehen und dies alles regelmäßig nachweisen.

Urteil folgt Anträgen der Staatsanwaltschaft

Mit diesem Urteil folgte die Strafkammer im Wesentlichen den Anträgen des Staatsanwaltes, denen sich auch die Verteidigerin großenteils angeschlossen hatte.

 Dabei stützten sich Staatsanwalt und Gericht auf das Gutachten einer psychiatrischen Sachverständigen, die die Sendenhorsterin mehrfach untersucht und im Prozess beobachtet hatte. Die Angeklagte leide unter einer wahnhaften seelischen Störung oder einer beginnenden schizophrenen Psychose.

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