Pläne zum Hauptbahnhof konkretisiert
Bild: Deutsche Bahn AG
Zukunftsvision für das Jahr 2016: So soll nach den Plänen der Deutschen Bahn das neue Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs in Münster aussehen.
Bild: Deutsche Bahn AG

Aber im Planungsausschuss am Donnerstagabend wurde klar, dass sich die Stadt davon nur beeindrucken lässt, wenn das Unternehmen auch bei der Neugestaltung der Ostseite kooperiert.

Das heißt zunächst einmal, dass die Verwaltung mit der Bahn über den Verkauf der Flächen verhandeln will, die im hinteren Teil des Bahnhofsgeländes an die Bremer Straße grenzen. „Die finanzielle Unterstützung der Stadt in Höhe von fünf Millionen Euro für den Bahnhofsneubau gilt nur unter der Prämisse, dass wir uns in Sachen Komplettlösung einig werden“, sagte Stadtdirektor Hartwig Schultheiß. Möglichst gleichzeitig sollten zu beiden Seiten der Gleisanlagen neue Gebäude und umgestaltete Plätze entstehen.

Die Pläne der Bahn haben sich seit ihrer ersten Präsentation im Jahr 2011 konkretisiert: „Die Front und das Dach der 14 Meter hohen Bahnhofshalle werden verglast, so dass möglichst viel Tageslicht hineinfällt“, sagte Marc Ulrich, Chefplaner der DB Station & Service AG, die für die rund 1500 Bahnhofsgebäude in Deutschland verantwortlich ist. Eine breite Mittelpassage verbindet die beiden Personentunnel zu den Gleisen. „Hier gibt es im Erdgeschoss Geschäfte und Dienstleistungen der Bahn. Die beiden oberen Etagen sind auch als Büros geeignet.“ 5000 Quadratmeter sind zu mieten – diese Begrenzung setzte die Stadt durch, damit der Bahnhof nicht vor allem zum Einkaufszentrum wird. Auch ein bisschen Umweltschutz ist dabei: Regenwasser, das auf die begrünten Dachteile fällt, soll aufgefangen und für die Sanitäranlagen genutzt werden.

„Markantes Fahrradparkhaus“ soll dazu gehören

Einen groben Plan hatte Schultheiß auch bereits für den zurzeit komplett brachliegenden Ostteil des Hauptbahnhofs. Ein „markantes Fahrradparkhaus“ gehört dazu, Taxenplätze, strukturierte An- und Abfahrtswege sowie Kurzzeitparkplätze für alle, die Reisende bringen und abholen. Eine eigene Station für Fernbusse könnte dort entstehen, wo zurzeit Pergolen den benachbarten Park abgrenzen.

Im Jahr 2014 will die Deutsche Bahn mit dem Abriss beginnen, 2016 soll dann der neue Hauptbahnhof stehen. Schultheiß: „Das klappt nur dann, wenn wir noch in diesem Jahr eine Einigung erzielen.“

SOCIAL BOOKMARKS