Polizei nimmt Radfahrer ins Visier
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Die Polizei macht demnächst verstärkt Jagd auf Radfahrer, die sich nicht an die Verkehrsvorschriften halten. In Münster sind  sogar Video-Fahrräder im Einsatz.
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 Er habe beobachtet, wie Fahrradfahrer selbst unter den Augen von Polizisten rote Ampeln und jede Verkehrsregel missachteten, sagte Ramsauer. Die Polizei sei manchmal einfach überfordert, „der Verrohung dieser ,Kampf-Radler‘ endlich Einhalt zu gebieten“, erklärte der CSU-Politiker.

Auch NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hatte zur Eindämmung der steigenden Zahl von Unfalltoten bereits angekündigt, Fahrradfahrer und Fußgänger intensiver kontrollieren zu lassen. „Zum Teil riskieren diese Gruppen durch ihr eigenes Fehlverhalten im Straßenverkehr ihr Leben“, sagte Jäger seinerzeit. 2011 verunglückten hier im Land mehr als 16 000 Radfahrer. Der Statistik zufolge wurden 90 Prozent von ihnen verletzt oder getötet.

Gütersloh: Es gibt Handlungsbedarf

 Eine separate Erhebung über die Zahl Verkehrsverstöße von Radlern macht die Polizei im Kreis Gütersloh nicht. „In der Regel werden Verwarngelder zwischen 5 und 20 Euro verhängt“, erklärte Polizeipressesprecher Karl-Heinz Stehrenberg, etwa bei Fahren in der Fußgängerzone oder falscher Radwegbenutzung. „Die Höhe des Bußgeldes hängt davon ab, ob andere Menschen gefährdet werden“, sagte er. „Wir sehen hier durchaus Handlungsbedarf.“

Warendorf: Aktionen noch im April

Im Kreis Warendorf will die Polizei noch im April mit  Aktionen für mehr Verkehrssicherheit beginnen, die aber Autofahrer und Radfahrer gleichermaßen einbeziehen. „Wir wollen dabei für gegenseitige Rücksichtnahme auf den jeweils anderen Verkehrsteilnehmer werben“, erklärte Polizei-Sprecherin Dagmar Artmeier. Nach ihrer Aussage gab es im vergangenen Jahr im Kreis Warendorf 238 Unfälle mit Radfahrern von denen jeder fünfte von ihnen selbst verursacht wurde. Gründe waren unter anderem Fahren in falscher Richtung, Missachtung des Rechtsfahrverbots, von Vorfahrtsregeln und Fehler beim Abbiegen. „Die Quote ist bei uns noch relativ gut, sie kann aber besser werden“, sagte Artmeier.

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