Polizei vorbereitet auf Tuning-Treffen

Tiefergelegte Autos, laute Motoren, hohes Tempo: Am „Car-Freitag“ trifft sich die Tuning-Szene: Die Polizei kündigt starke Kontrollen an – auch, weil es immer mehr illegale Rennen gibt.

Die Stadt Paderborn hat die Treffen vorsorglich verboten. Bereits zum dritten Mal in Folge sind in der Domstadt sämtliche Zusammenkünfte der Tuning-Szene zwischen 0 Uhr am Freitag und 6 Uhr am Samstag untersagt, wie Stadt und Polizei mitteilten.

Aufheulende Motoren am „stillen“ Feiertag

In den Jahren davor hatten sich immer wieder Anwohner über aufheulende Motoren am eigentlich „stillen“ Feiertag beschwert. Ein angemeldetes Tuner-Treffen am Ostersonntag darf unter Beobachtung der Polizei stattfinden.

„Bei rücksichtslosem Verhalten im Straßenverkehr zeigt die Polizei Null Toleranz“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Düsseldorf. Das gelte insbesondere, weil immer mehr illegale Rennen mit hochmotorisierten Fahrzeugen registriert würden.

Anziehungspunkt Dortmund

Im Fokus stand zuletzt immer wieder Dortmund: In der Ruhrgebietsstadt überprüfte die Polizei 2018 am „Car-Freitag“ 123 Fahrzeuge und verhängte 120 Verwarnungsgelder. Vier Fahrzeuge wurden stillgelegt, weil sie extrem „frisiert“ waren. „Dortmund ist ein Anziehungspunkt für Tuning-Fans aus ganz NRW“, sagte eine Polizeisprecherin. Schon allein deshalb werde man die bekannten Treffpunkte mit zusätzlichen Beamten beobachten.

Registrierte die nordrhein-westfälische Polizei 2015 noch 237 solcher Rennen, waren es im vergangenen Jahr 474, wie das Innenministerium in Düsseldorf auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Seit 2017 gelten Straßenrennen als Straftat, es drohen bis zu zehn Jahre Haft.

„Grundsätzlich gilt: Straßen sind keine Rennstrecken und keine Schauplätze für ein Kräftemessen oder zur Selbstinszenierung“, sagte der Ministeriumssprecher. Man wolle keineswegs alle Tuning-Begeisterten verteufeln, sagte ein Sprecher. „Mit denen, die einfach nur ihre toll aussehenden oder klingenden Autos zeigen wollen, haben wir kein Problem.“

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