Porträtfotografie im Freilichtmuseum
Bild: LWL
Die Fotrografie ist Thema einer Ausstellung im Freilichtmuseum Detmold.
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Es ist, als blättere man in einem alten Familienalbum. Ernst drein blickende Menschen schauen den Besuchern an vielen Orten im LWL-Freilichtmuseum Detmold von schwarz-weiß Fotografien entgegen. Das besucherstärkste Museum des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe widmet sich in diesem Jahr unter dem Titel „Bitte recht freundlich!“ der Geschichte der Porträtfotografie. „Bilder zeigen die Entwicklung einer Gesellschaft. Und nichts macht das deutlicher als Porträts“, erklärt LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch. Er ist Anhänger der analogen Fotografie und hat früher die Arbeit in der Dunkelkammer als fast sinnliches Vergnügen empfunden. Heute ist auch er im digitalen Zeitalter angekommen. Aber: „Seitdem es diese Technik gibt, wird nur noch geknipst. Früher wurde um jedes Foto gerungen“, sagt Kirsch.

Korrekte Posen zu Beginn

Zum Fotografen gingen die Menschen ab dem Ende des 19. Jahrhunderts. Die alten Aufnahmen zeigen korrekte Posen und und nahezu emotionslose Gesichter – vielleicht weil der Kampf um das perfekte Licht und die richtige Bildkomposition so lange dauerte. Vielleicht aber auch, weil jede Aufnahme damals kostbar war. „Statische Bilder haben wir bis in die 1960er-Jahre“, berichtet Projektleiterin Katharina Schlimmgen-Ehmke. Erst danach sei es Ziel der Fotografen gewesen, die Persönlichkeit widerzuspiegeln.

Herzstück ist „Bitte recht freundlich!“

Herzstück des Programms „Bitte recht freundlich!“ ist das historische Tageslichtatelier Kuper, dass das Museum im Jahr 2000 übernommen und 2010 wieder aufgebaut hat. Mit 24 Jahren hatte Josef Kuper es um 1890 in Rietberg eröffnet. Und es ist samt der Kulissenmalerei auf dem Putz erhalten geblieben. Eine Fundgrube für die Sonderausstellung „Starke Männer“ waren Kupers Glasnegativplatten aus den 30er- und 40er Jahren. In der Ausstellungsscheune des Paderborner Dorfs sind nun 100 Porträts von Rietberger Jungen und Männern jeden Alters und aller Berufsgruppen zu sehen. Darüber hinaus gibt es auf dem Museumsgelände 20 Außenstationen zum Thema Fotografie. Wer einen Blick in die nachempfundenen Plattenkameras vor den alten Gebäuden wirft, kann darin Aufnahmen der früheren Bewohner sehen. Angeboten werden aber auch Fotokurse. Das Freilichtmuseum Detmold startet am 1. April die neue Saison.

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