Prävention: Positive Bilanz der Bistümer
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Das Erzbistum Paderborn zeigt sich zufrieden mit der Prävention von sexuellem Missbrauch. Mehr als 6600 Mitarbeitern schulten sich in den vergangenen drei Jahren.
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Ergebnis: Bis Ende 2014 wurden 6160 Personen geschult, um sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen präventiv zu verhindern. Gezählt wurden die vergangenen drei Jahre.

„Die hohe Nachfrage zeigt die große Bereitschaft der vielen Menschen in den Diensten und Einrichtungen im Erzbistum Paderborn, die Prävention in die tägliche Arbeit zu integrieren“, sagt Karl-Heinz Stahl, Diözesanbeauftragter zur Prävention von sexuellem Missbrauch.

Zudem seien die 25 000 Exemplare der Broschüre „Augen auf – hinsehen und schützen“ als begleitendes Heft für Informations- und Schulungsmaßnahmen vergriffen. Eine zweite Auflage sei bereits in Auftrag gegeben worden.

Auch im Bistum Münster lassen sich Seelsorger, Lehrer, Erzieher sowie Haupt- und Ehrenamtliche in der Jugendarbeit präventiv schulen. Rund 13 000 Personen seien von November 2010 bis April 2015 qualifiziert worden, berichtet Pressesprecher Stephan Kronenburg.

„Die Präventionsschulungen sind ein wichtiger Baustein. Sie tragen dazu bei, dass die Menschen sensibel werden und einen gemeinsamen Wissensstand zum Thema sexualisierte Gewalt vermittelt bekommen“, erklärt der Paderborner Generalvikar Alfons Hardt. Die Kultur eines achtsamen Miteinanders werde gefördert.

Das Erzbistum Paderborn stellte zudem klar, dass die Mitarbeiter nicht unter Generalverdacht gestellt werden: „Viele, die vorher skeptisch waren, hatten nach der Schulung eine andere Meinung“, sagt Karl-Heinz Stahl. Aus Fragen und Unsicherheiten hätten sich Handlungssicherheiten entwickelt.

Ähnlich sieht es Stephan Kronenburg vom Bistum Münster: „Die Akzeptanz war sofort sehr groß und ist nach den Schulungen noch gestiegen.“ Beispielsweise sei aufgezeigt worden, wie Sexualverbrecher vorgehen, um an ein Opfer heranzukommen, oder wie sie Vorwürfe abwehren.

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