Preußen Münster steigt in 3. Liga auf
Bild: MünsterView.de/ Daniel Witte
Aufstiegsjubel beim SC Preußen: Wojciech Pollok (links) erzielte das erlösende 1:0.
Bild: MünsterView.de/ Daniel Witte

 Das Pulverfass der Emotionen explodierte um exakt 20:47 Uhr. Mit seinem Schlusspfiff gab Schiedsrichter Unger den Anpfiff zur rauschenden Megaparty, danach ging gar nichts mehr im Preußenstadion. Der Aufstieg ist perfekt – und Münster im Ausnahmezustand. 3:0 (1:0) gegen Mönchengladbach II: Vor der Rekordkulisse von 18 500 Zuschauern – noch nie sahen in Deutschland so viele Fans ein Spiel der 4. Liga – räumte der SC Preußen gestern Abend am viertletzten Regionalliga-Spieltag die letzten rechnerischen Zweifel am Sprung in die 3. Liga aus dem Weg.

Tausende euphorisierte Fans stürmten nach Spielschluss den Rasen und feierten ausgelassen den größten Erfolg des Vereins seit dem Zweitliga-Aufstieg 1989. Mit seinem herrlichen Schuss ins Glück aus 17 Metern (33.) gab Wojciech Pollok den Startschuss zur Aufstiegssause. Stefan Kühne staubte zum 2:0 (57.) ab, der zum SC Paderborn wechselnde Mehmet Kara traf per Foulelfmeter (79.) zum 3:0-Endstand. Der Rest grün-schwarz-weiße Glückseligkeit. La Ola, stehende Ovationen, „Oh, wie ist das schön“ – das volle Programm. Nach einigen vergeblichen Anläufen und viel Tristesse in den vergangenen Jahren hat Münster nun endlich den ersehnten Schritt auf die ungleich größere Fußballbühne geschafft.

Wer am häufigsten gewinnt (21 Siege in 31 Spielen) die meisten Tore schießt (53), die wenigsten kassiert (20) und dabei 14-mal zu Null spielt, ist ein würdiger Regionalliga-Meister, keine Frage. Der SC Preußen ist wieder hipp Die gestrige Kulisse war ein eindrucksvoller Beleg für das Fanpotenzial des Traditionsvereins, der über Jahre in der sportlichen Versenkung verschwunden war und nun ein neues Kapitel aufschlägt. Marc Fascher ist der Architekt des Erfolges. Der Hamburger Jung, der wegen seiner bisweilen unterkühlt-distanzierten Art nicht immer ein Liebling der Fans war, formte nach dem sportlichen Totalumbruch im vergangenen Sommer eine Mannschaft, die Maßstäbe setzte. Er baute auf viel Erfahrung – zahlreiche Akteure spielten bereits in der 2. Bundesliga - und fand die richtige Mischung aus defensiver Kompaktheit und der nötigen individuellen Klasse in der Offensive. Vor ziemlich genau zwei Monaten stand Fascher kurz vor dem Rauswurf, weil die Mission Aufstieg zu scheitern droht. Jetzt, acht Siege in Serie später, feiern sie den 42-jährigen Hamburger als Heilsbringer.

SOCIAL BOOKMARKS