Preußen Münster steigt in Regionalliga ab
Foto: Sanders
Aus und vorbei: Okan Erdogan ist mit Münster abgestiegen. Nach dem 0:3 gegen Meppen und Zwickaus Sieg gegen Chemnitz haben die Adlerträger keine Chance mehr auf Platz 16.
Foto: Sanders

  Nach der bösen 0:3-Heimklatsche gestern Abend gegen den SV Meppen ist das Bundesliga-Gründungsmitglied in die Regionalliga abgestürzt und steht vor einer ungewissen Zukunft. „Das ist ein ganz schlimmer Moment“, sagte Trainer Sascha Hildmann, „wir haben in den vergangenen Wochen einfach zu viel liegen gelassen. Ich hätte es gerne geschafft, das haut einen schon um, wenn man bedenkt, was da jetzt alles dranhängt.“ 

Unter Tränen sagte Preußen-Urgestein Simon Scherder: „Es tut mit leid für alle Fans und Mitarbeiter.“ Bis zuletzt glaubten die Adlerträger an die Rettung. Hildmann hauchte der Mannschaft seit seinem Amtsantritt im Januar neues Leben ein und machte sie wieder wettbewerbsfähig. Aber unterm Strich war die Hypothek der katastrophalen Hinrunde mit nur 16 Punkten aus 19 Spielen zu groß. Die Preußen-Führung um den stark in der Kritik stehenden Sportchef Malte Metzelder muss sich den Vorwurf gefallen lassen, Ex-Trainer Sven Hübscher viel zu lange im Amt gelassen zu haben. Unter seiner Regie holte Münster aus 17 Spielen nur 13 Punkte und war sportlich gesehen tot. Die Aufholjagd unter Hildmann kam letztlich zu spät. Seit neun Jahren spielt Münster in der 3. Liga, so lange wie kein anderer Club. Jetzt ist Schluss. 

Die Abschiedsvorstellung gibt’s am Samstag im bedeutungslosen letzten Spiel beim seit gestern geretteten 1. FC Magdeburg. Meppens René Guder (5.), Kapitän Marius Kleinsorge (50.) und Hilal El-Helwe (52.) besiegelten gestern mit ihren Toren das Schicksal der Preußen, die sich wehrten und im ersten Abschnitt zwei Top-Chancen durch Maurice Litka und Lukas Cueto zum 1:1 vergaben. Der SCP musste ins Risiko gehen, Meppen konterte eiskalt und erzwang mit dem Doppelschlag zu Beginn der zweiten Halbzeit die Entscheidung. 

SCP vor Umbruch

Und jetzt? Die Verträge von Malte Metzelder und Trainer Sascha Hildmann laufen aus, wollen oder dürfen sie mit in die Regionalliga gehen? Die Mannschaft wird ein neues Gesicht bekommen. Der SCP muss schnell Antworten auf viele Fragen finden. Metzelder ließ seine Zukunft gestern offen, kündigte aber „zeitnah“ eine Entscheidung an.

SOCIAL BOOKMARKS