Projekt „Kurve kriegen“ startet erfolgreich
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Das Präventationsprojekt „Kurve kriegen“ soll Jugendlichen helfen, nicht weiter in die Kriminalität abzurutschen. 
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An dem bundesweiten Modellprojekt „Kurve kriegen", das im vergangenem Sommer startete, nehmen bislang 153 Kinder zwischen acht und 14 Jahren teil. Außer Dortmund und Bielefeld beteiligen sich noch die Städte Aachen, Duisburg, Hagen und Köln sowie der Rhein-Erft-Kreis und der Kreis Wesel. Die notwendige Unterstützung durch die betroffenen Eltern sei gegeben, sagte der Minister. Zwischen 75 und 100 Prozent der Eltern stimmten den Maßnahmen zu.

Zusammenarbeit läuft „ausgesprochen gut“

Sinn des über kommunale Zuständigkeitsgrenzen hinweg angelegten Programms sei es, die Kinder „vor einem weiteren Abgleiten in die Kriminalität zu bewahren." Eltern und Kinder nähmen die Hilfe an. Die

Laut Jäger gab es im vergangenen Jahr an Rhein und Ruhr rund 4000 mehrfachtatverdächtige Kinder und Jugendliche, die insgesamt rund 30.000 Straftaten begangen haben. „Damit verübten sechs Prozent der tatverdächtigen Kinder und Jugendlichen fast ein Drittel aller Straftaten ihrer Altersgruppe", sagte der Minister. Viele der betroffenen Eltern hätten „keinen Zugang mehr" zu ihren Kindern. Diese waren zumeist Schulverweigerer und hatten nicht selten bereits Drogenerfahrungen.

Zusammenarbeit mit den Jugendämtern laufe „ausgesprochen gut". Das Projekt, in das Teams der Polizei ebenso eingebunden sind wie Sozialpädagogen des Jugendamts vor Ort und weitere Freie Träger, will verhindern, dass gefährdete Kinder zu sogenannten Intensivstraftätern werden.

„Maßgeschneiderte Maßnahmen“

Die pädagogischen Maßnahmen sind laut Minister „maßgeschneidert" auf den Einzelfall. Die Betreuung soll mindestens zwei Jahre dauern. „Die Palette der Hilfen reicht vom Anti-Aggressionstraining über Lernhilfen und Sportangebote bis hin zu Elterntrainings."

Kommunen entstehen keine Kosten

Die Kosten des wissenschaftlich begleiteten Modellprojekts trägt das Innenministerium. Den beteiligten Kommunen entstünden keine Kosten, hieß es. Nach dem Motto „Frühe Hilfen sind besser als späte Strafen" sei das Projekt „Kurve kriegen" auch aus finanziellen Gründen notwendig, weil es helfe, die Kosten für eine spätere Resozialisierung von jungen Intensivstraftätern zu reduzieren. Nach der wissenschaftliche Auswertung hält Jäger auch die Ausweitung auf das ganze Bundesland für möglich.

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