Provinzial-Versicherungen vor Fusion 
Bild: Evers
Münster ist Sitz der Provinzial Nordwest - und soll auch Zentrale nach der Fusion mit dem rheinischen Schwesterinstitut bleiben.
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Dem Zusammenschluss steht dem Bericht zufolge nichts mehr im Wege. Eine offizielle Bestätigung gab es am Montag nicht. Es ist der fünfte Versuch, die Schwesterunternehmen zusammenzuführen.

Neuer Tarifvertrag

Management und Arbeitnehmervertreter haben sich auf einen Tarifvertrag geeinigt, der weitreichende Zugeständnisse für die Beschäftigten und die Standorte des Instituts vorsieht. Man habe soziale Leitplanken errichtet, um das Unternehmen attraktiv für Mitarbeiter zu halten, hieß es aus Konzernkreisen. Die Gewerkschaft Verdi teilte mit, dass der Vertrag bis Ende Juni 2022 Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen biete. In Münster arbeiten 1800 Mitarbeiter für den Konzern, in Kiel und Hamburg weitere 1000 Mitarbeiter. In der Verwaltung der Provinzial Rheinland in Düsseldorf sind 1700 Mitarbeiter beschäftigt.

Münster bleibt Zentrale

Der Konzern soll von Münster aus geleitet werden. An der Spitze steht Wolfgang Breuer (57), Vorstandsvorsitzender der Provinzial Nordwest. Patrik Fedlmeier (52), der den Düsseldorfer Konzern leitet, könnte Breuer an der Spitze nachfolgen. Der jüngste Prozess zur Zusammenführung der Institute wurde im Sommer 2018 angestoßen und verlief langsamer als gedacht. Als Antreiberin der Fusion gilt Liane Buchholz, die Präsidentin des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe. Der Verband ist Miteigentümer der Provinzial Nordwest. Buchholz ist eine Verfechterin von größeren Einheiten bei den öffentlichen Versicherern und bei den Landesbausparkassen. Wirtschaftsprüfer haben vor Jahren errechnet, dass eine Fusion Einsparmöglichkeiten von 100 Millionen Euro bringen könnte.

Sechs Milliarden Euro Beitragseinnahmen

Der fusionierte Versicherer wäre mit dann 17 Millionen Versicherungspolicen und Beitragseinnahmen von mehr als 6 Milliarden Euro der größte Sparkassen-Versicherer Deutschlands. Das Geschäftsgebiet erstreckt sich über Nordrhein-Westfalen, Teile von Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Im Sparkassen-Lager gibt es derzeit noch elf Versicherer, während die Volks- und Raiffeisenbanken mit einem Versicherer, der R+V, auskommen.

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