Prozess gegen jugendliche Schläger
Drei junge Männer müssen sich von heute an vor dem Landgericht Münster verantworten, weil sie einen 30-Jährigen ins Koma geprügelt haben sollen.

Die harmlose Ausgangssituation: Ein 30-Jähriger hatte sich in einem Nachtbus zwischen die drei Jugendlichen gesetzt. Das passte den Jungen offensichtlich nicht. Als der Mann ausstieg, folgten sie ihm durch die Nacht. Sie schubsten ihn, schlugen ihn, bis der Mann zu Boden ging. Dann raubten sie ihn aus und ließen ihr Opfer zurück.

Opfer lag tagelang im Koma

Kurze Zeit später fand ein Spaziergänger den 30-Jährigen. Tagelang hatte der Mann nach dieser Nacht im Koma gelegen.

Ähnliche Übergriffe an U-Bahn-Stationen in Deutschland haben vor allem in den vergangenen Monaten für Entsetzen gesorgt. Erst im April hatte ein 18-Jähriger in einem Berliner U-Bahnhof auf den Kopf eines Mannes eingetreten. Im März hatten Unbekannte einen 23-Jährigen an einer Station in Berlin attackiert und krankenhausreif geschlagen.

Meist waren es Jugendliche, die ausrasteten, weil die späteren Opfer ihnen eine Zigarette oder etwas Kleingeld verweigerten. In Münster war es der Sitzplatz, der die Situation eskalieren ließ.

Bis zu zehn Jahre Haft drohen

Die Anklage gegen die drei Jugendlichen lautet unter anderem auf versuchten Mord. Wenn sie nach dem Jugendstrafrecht verurteilt werden, drohen den Jungen dafür im härtesten Fall zehn Jahre Haft. Vorerst sind sieben Prozesstermine anberaumt.

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