RKI warnt vor Tomaten, Gurken und Salat
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Das Robert Koch -Institut warnt davor, rohe Tomaten, Salatgurken und Blattsalate aus Norddeutschland zu essen.
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Das Robert Koch-Institut (RKI) warnt wegen des aggressiven Ehec-Darmkeims vor dem Verzehr von Salatgurken, Blattsalaten und rohen Tomaten insbesondere in Norddeutschland. Eine epidemiologische Studie in Hamburg habe gezeigt, dass Ehec-Erkrankte diese Gemüse deutlich häufiger verzehrt hätten als gesunde Vergleichspersonen, teilte das RKI am Mittwoch in Berlin mit. Es steht den Angaben zufolge noch nicht fest, ob nur eines oder mehrere dieser drei Lebensmittel mit der Erkrankungswelle zusammenhängen. Besonders deutlich sei das statistische Signal jedoch bei Tomaten gewesen. Da die Lieferketten noch erforscht werden ist unklar, ob das betroffene Gemüse aus Norddeutschland stammt oder nur vor allem dort verkauft wurde.

Nur langsame Ausbreitung in NRW

In Nordrhein-Westfalen breitet sich der aggressive Durchfall-Keim weiterhin nur langsam aus. Bei den Fallzahlen gebe es keine besorgniserregenden Veränderungen, teilte das Gesundheitsministerium in Düsseldorf am Mittwoch mit. Es sei aber noch nicht möglich, die weitere Entwicklung verherzusagen, sagte Ministeriumssprecher Christoph Meinerz. „Wir sind aber froh, wenn die Zahlen nicht sprunghaft ansteigen.“ Seit dem 1. Mai wurden landesweit 26 bestätigte Ehec-Fälle gezählt. Ehec kann das gefährliche hämolytisch-urämische Syndrom (Hus) auslösen. Die Zahl der Hus-Fälle stieg seit Dienstag um elf auf 23. Davon ist in sechs Fällen der Ehec-Keim als Erreger nachgewiesen. Schwerpunkt der Erkrankungen ist weiterhin der Kreis Paderborn. Allein hier gebe es jetzt acht bestätigte Ehec-Erkrankungen und elf schwerwiegende Hus-Fälle, sagte Kreissprecherin Michaela Pitz. Das Universitätsklinikum Münster behandelt derzeit sechs Patienten mit hämolytisch-urämischem Syndrom (Hus). Es handelt sich laut Auskuft des Pressesprechers um fünf weibliche und eine männliche Person. Eine davon ist ein Kind. Bei drei dieser Patienten konnten bereits Ehec-Bakterien als Ursache der Erkrankung festgestellt werden. Diese drei Personen befinden sich in intensivmedizinischer Betreuung, bei zweien ist der Zustand nach Auskunft des UKM kritisch.

UKM-Forscher wollen Erregerstamm identifizieren

Forscher des Universitätsklinikum Münster wollen nun bis Ende der Woche den für die Darminfektionen mit dem gefährlichen EHEC-Bakterium verantwortlichen Erregerstamm identifizieren. „Wir haben ihn schon sehr weit eingegrenzt“, sagte Direktor des Instituts für Hygiene am UKM, Helge Karch. Es kämen nur noch zwei von insgesamt 42 bekannten Typen infrage. Es könne aber auch ein ganz neuer Typ des Erregers sein.

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