Rassismus-Vorfall verärgert Preußen-Fans
Bild: Sanders
Rassistische Entgleisung: Würzburgs Spieler Leroy Kwadwo gestikuliert Richtung Tribüne, nachdem er von einem Zuschauer beleidigt worden war. Der SC Preußen entschuldigte sich für die abstoßenden Äußerungen. Der Preußen-Anhänger wurde bereits gestellt und verhaftet, teilte der Verein mit.
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Wieder kein Sieg, wieder Frust nach dem Schlusspfiff und zu allem Übel auch noch rassistische Beleidigungen gegen einen dunkelhäutigen Würzburger Spieler, Leroy Kwadwo. Als der Stadionsprecher die in diesen Fällen obligatorische Durchsage gegen Fremdenfeindlichkeit und für Toleranz anderen Kulturen gegenüber verlas, reagierte die breite Masse der Preußen-Fans vorbildlich und rief „Nazis raus“.

Verein bittet um Entschuldigung

Aber Kwadwo war spürbar betroffen. „Ich habe Affenlaute aus dem Block gehört, das gehört sich einfach nicht. Aber solche Vollidioten gibt es offenbar immer wieder“, sagte Kwadwo nach dem 0:0 am Freitagabend im Preußenstadion, lobte aber auch ausdrücklich die entschiedene Reaktion von der Tribüne.

Nach dem Spiel baten die Offiziellen des SC Preußen für die Entgleisungen eines einzelnen Fans um Entschuldigung. „Das ist ganz sicher nicht Münster. Der Mann ist unmittelbar von der Polizei in Gewahrsam genommen worden“, sagte Pressesprecher Marcel Weskamp: „Die Reaktion der Fans war absolut überragend.“

Unentschieden ist zu wenig

Die rassistischen Beschimpfungen gegen Kwadwo waren der negative Höhepunkt einer Nullnummer, die im Abstiegskampf der 3. Fußball-Liga für den SC Preußen zu wenig ist. Münster war bemüht, Münster verteidigte gut, Münster kämpfte – aber Münster traf das Tor nicht.

14 Spiele bleiben noch, um den Abstieg zu verhindern. „Wir müssen weitermachen. Die Mannschaft lebt und hat mit viel Leidenschaft und Herz gespielt, Wir sind auf einem guten Weg“, gab sich Hildmann trotz der neuerlichen Enttäuschung kämpferisch.

In einem zähen Spiel neutralisierten sich beide Mannschaften weitgehend und vergaben je zwei nennenswerte Chancen zur Führung. Für Münster verstolperte Alexander Rossipal freistehend kläglich (37.), in Halbzeit zwei wurde ein Kopfball von Jan Löhmannsröben kurz vor der Linie geklärt (53.). Würzburg wurde durch Simon Rhein (39.) und Fabio Kaufmann (63.) gefährlich, aber beide Schüsse parierte Max Schulze Niehues glänzend.

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