Razzia in Bandidos-Clubhäusern
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Polizei-Spezialkräfte haben am Freitag Clubhäuser der Rockergruppe Bandidos in Bochum und Herne durchsucht.
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Bei der Schlägerei waren mehrere Menschen verletzt worden, einer von ihnen lebensgefährlich. Ermittelt werde wegen zwei versuchten Tötungen, sagte ein Polizeisprecher. Bei den beiden Razzien in Bochum und Herne gehe es nun darum, „Teilnehmer der Auseinandersetzung zu identifizieren und Beweismaterial aufzufinden“.

Pistolen, Messer, Reizgas und Kokain gefunden

Die Polizei-Spezialkräfte haben im Herner Clubheim eine Schreckschusspistole, ein Springmesser und eine Spraydose mit Reizgas gefunden. Im Billardtisch im Bochumer Clubheim war eine geringe Menge Kokain versteckt. In der Herner Privatwohnung des Bochumer Clubpräsidenten stellten die Beamten zudem eine Pistole, mehrere Messer, einen Totschläger und diverse elektronische Speichermedien sicher.

Die Beamten nahmen in beiden Clubhäusern Fotos und Personalien der anwesenden Rocker auf. Die Bilder wollen die Ermittler mit Videoaufnahmen der Schlägerei vergleichen und so Teilnehmer identifizieren. Veranlasst wurden die Durchsuchungen von der Mönchengladbacher Mordkommission „Kutte“.

Rocker kooperieren nicht mit der Polizei

Die Ermittlungen der Polizei gestalten sich extrem schwierig, da die Rocker nicht mit den Behörden kooperieren. „Wir müssen jede Kleinigkeit selbst ermitteln“, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Bereits im Februar und im März hatten die Beamten Wohnungen von Tatverdächtigen durchsucht und mehrere Hieb- und Stichwaffen sichergestellt. „Wir werden die Schlägerei mit aller Konsequenz aufklären“, sagte der Sprecher. Die Polizei dulde keinen rechtsfreien Raum - auch nicht in Clublokalen von Rockerclubs.

Bei der Schlägerei im Januar war eine größere Gruppe Bandidos vor einer Diskothek auf eine etwa gleichstarke Gruppe der Hells Angels getroffen. Als die Polizei eintraf, hatten sich die Gruppen bereits in der Altstadt zerstreut.

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