Rekruten-Misshandlung auf Befehl?
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Was spielte sich in der Freiherr-vom-Stein-Kaserne ab? Vor dem Landgericht werden die Misshandlungsvorwürfe erneut zum Thema.
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Die Staatsanwaltschaft hat bei der Neuauflage des Prozesses wegen Misshandlung von Bundeswehrrekruten Geldstrafen für die sieben Angeklagten gefordert. Staatsanwalt Michael Frericks nannte die ehemaligen Unteroffiziere zum Prozessauftakt heute  vor dem Landgericht Münster „Mitläufer“.

Richter Michael Skawran machte deutlich, dass der erneute Prozess klären solle, ob die Angeklagten auf Befehl gehandelt hätten und ob der Befehl für sie als „offensichtlich rechtswidrig erkennbar“ gewesen sei.

Der Bundesgerichtshof hatte die ersten Urteile  aufgehoben. Bei Übungen im Sommer 2004 in der Freiherr-vom-Stein-Kaserne in Coesfeld waren mehr als 160 Soldaten Misshandlungen und Demütigungen ausgesetzt gewesen. Laut Anklage wurden damals bei einem nachgestellten Verhör Rekruten gezwungen, gefesselt und mit verbundenen Augen zu knieen. Einigen von ihnen seien Fußtritte, Schläge oder Stromstöße versetzt worden.
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