Rückkehr der Wölfe birgt Gefahren
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Die Rückkehr des Wolfes ist auch mit Riskien verbunden, sagen Experten.
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 Erst am Dienstag war ein einzelnes Raubtier in der Gemeinde Emstek (Kreis Oldenburg, Niedersachsen) umherspaziert. „Mit der Rückkehr des Wolfes ist ganz besonders für Haus- und Nutztiere ein Risiko verbunden. Aber niemand kann ausschließen, dass es zu Übergriffen auf Menschen kommen kann“, betont Dr. Gert Dittrich, Präsidiumsmitglied des DJV in einem Interview. Jungtiere hätten oft noch keinen Fluchtinstinkt für die Begegnung mit einem Menschen entwickelt und reagierten entsprechend unerfahren und neugierig, ähnlich wie junge Hunde. Das niedersächsische Umweltministerium will auffälligen Tieren die Scheu vor dem Menschen im Bedarfsfall antrainieren – etwa durch den Einsatz von Gummigeschossen.

Der Landesjagdverband NRW (Dortmund) verfolgt die Entwicklung in Niedersachsen mit höchster Aufmerksamkeit – denn Nordrhein-Westfalen ist „Wolferwartungsland“. Darauf deutet die Sichtung eines Raubtieres in Minden-Lübbecke im Dezember 2014 hin.

Fluchtinstinkt nicht immer ausgeprägt

Die Vorstellung vom scheuen Wolf, der die Begegnung mit Menschen meidet, muss nach Auffassung des Deutschen Jagdverbandes relativiert werden. Denn in jüngster Zeit häufen sich Begegnungen zwischen Mensch und Tier, bei denen das streng geschützte Raubtier ganz anders reagiert, als es landläufig beschrieben wird. Anscheinend fehlt vielen Jungtieren der Fluchtinstinkt. Einige Beispiele:

Mitte Februar begegnet in Frau in Munster (Niedersachsen) einer Gruppe von sieben Wölfen, als sie ihre Hunde ausführt. Die Raubtiere suchen nicht das Weite, sondern nähern sich. Die verängstigte Frau kann sich und ihre Hunde im Auto in Sicherheit bringen.

Anfang dieser Woche laufen mehrere Wölfe durch die Kleinstadt Wildeshausen (Kreis Vechta, Niedersachsen). Sie werden von Anwohnern gefilmt. Die Tiere wirken eher neugierig als scheu.

In benachbarten Goldenstedt wird Mitte Februar ein Wolf in der Nähe eines Waldkindergartens gesichtet. Die Gemeinde hofft, dass flatternde bunte Bänder an der Umzäunung des Waldkindergartens die Wölfe irritiert und damit abschreck

Ein ausführliches Interview zu dem Thema lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der „Glocke“ und des Ahlener Tageblatts“.

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