S-Bahn-Netz soll Münsterland verbinden
Bild: Reinkemeier
Zufriedene Gesichter bei der Vorstellung des Projekts S-Bahn Münsterland: (v. l.) Dr. Kai Zwickel (Landrat Kreis Borken), Dr. Olaf Gericke (Landrat Kreis Warendorf), Markus Lewe (Oberbürgermeister Münster), Dr. Klaus Effing (Landrat Kreis Steinfurt), Dr. Linus Tepe (Kreisdirektor Kreis Coesfeld) und Joachim Künzel vom Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe.
Bild: Reinkemeier

„Heute ist ein historischer Tag“, sagte Lewe gestern Morgen bei der Vorstellung der Pläne in Münster. Die sollen die Mobilität in der Region zukunftsfähig machen. Die S-Bahn Münsterland sei vor allem auch eine wichtige Antwort auf die Folgen des Klimawandels, fügte ein sichtlich stolzer Oberbürgermeister hinzu.

„Mit dem Auto oder Rad nicht zu erreichen“

Konkret geht es um neue Linien und Haltepunkte, eine engere Taktung der einzelnen Züge und Bahnen sowie ein integriertes Konzept. Soll heißen: Wer beispielsweise aus den Kreisen Coesfeld oder Warendorf nach Münster will, der soll dies deutlich schneller mit der Bahn schaffen als zur Zeit.

Ein Beispiel: Von Sendenhorst nach Münster sollen Bahnfahrer nur 20 bis 25 Minuten benötigen. „Das ist mit dem Auto, dem Rad oder dem Bus nicht zu erreichen“, verdeutlichte Dr. Olaf Gericke, Landrat des Kreises Warendorf. Dafür soll wie bekannt die Strecke zwischen Sendenhorst und Münster reaktiviert werden.

Sternförmiges Netz rund um das „Zentrum“ Münster

Joachim Künzel, Geschäftsführer des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) hatte bei der Vorstellung eine S-Bahn-Linien-Karte im Gepäck, die verdeutlichen soll, wie sich die Menschen in der Region in der Zukunft fortbewegen könnten. „Es laufen sternförmig neun Äste auf Münster zu, die halbstündig im S-Bahn-System bedient werden“, sagte Künzel. Da sich einige Linien im Stadtgebiet von überlagerten, könne dort auch ein 15-Minutentakt erreicht werden.

Neue Gleise müssten für dieses Vorhaben aber nicht verlegt werden. Stattdessen sollen bereits bestehende Linien ausgebaut beziehungsweise um einige neue Haltestellen ergänzt werden. Finanziert werden soll eine geplante Summe im dreistelligen Millionenbetrag unter anderem mit Fördergeldern von Bund und EU. Bauherrin wäre die Deutsche Bahn.

Ob dieses Konzept tatsächlich umgesetzt wird, das entscheidet sich in den kommenden Wochen und Monaten. Unter anderem berät die Verbandsversammlung des NWL am Donnerstag darüber, ob das S-Bahn-Netz in neuen Nahverkehrsplan aufgenommen werden soll.

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