Salafisten agieren von Münster aus
Der radikal-islamistische Prediger Pierre Vogel gilt als eine der einflussreichsten Figuren der bundesweiten Salafisten-Szene.

Sitz des im Jahr 2010 gegründeten Vereins ist nach Medieninformationen das Wohnhaus eines deutschen Konvertiten aus Münster-Mecklenbeck. Von hier aus organisieren die Salafisten aus Nordrhein-Westfalen neuerdings einen Großteil ihrer bundesweiten Anwerbe-Kampagnen. Bislang traten Salafisten vor allem im Rheinland in Erscheinung. 

Der Vorsitzende des Vereins „Muslime aktiv“ namens Thomas G. steht in enger Verbindung zu Pierre Vogel. Der frühere Profi-Boxer gilt als eine der einflussreichsten Figuren der bundesweiten Salafisten-Szene. Auf seiner Internetseite gibt er Thomas G. als seinen Stellvertreter aus.

Den seit Herbst 2011 in Münster betriebenen Informationsstand der Islamisten kann die Stadt vorerst nicht verhindern. Solange der Verein nicht verboten sei, seien dem Ordnungsamt die Hände gebunden, teilte ein Sprecher mit.

Deutsche Konvertiten oft besonders fanatisch

Es sind gerade solche zum Islam konvertierte und tief in salafistische Kreise geratene junge Deutsche und in Deutschland geborene Nicht-Muslime, die dem Verfassungsschutz große Sorgen bereiten. „Sie treten häufig besonders fanatisch und aggressiv auf“, erklärte Innenminister Ralf Jäger im vergangenen September in Düsseldorf bei der Vorstellung der bundesweit umfas­sendsten Analyse über Konvertiten im islamistischen Umfeld.

Zwar stellen demnach ange­sichts von 1,3 Millionen Muslimen in NRW Islamisten nur eine kleine Minderheit dar. Von den rund 500 in NRW bekannten Salafisten gehören lediglich 20 bis 30 den jihadistischen Gruppierungen (Jihad bedeutet den gewaltsamen Kampf gegen die „Ungläubigen“, den Westen und seine freiheitlichen Grundordnungen) oder deren Umfeld an. Doch von ihnen geht eine große Gefahr aus. „Der politische Salafis­mus ist die am schnellsten wachsende islamistische Bestrebung und der ideologische Nährboden für den internationalen Terrorismus", warnte Jäger damals.

Labile Charaktere anfällig für radikalen Islam

Der Verfassungsschutz hat die Lebensläufe von 130 Kon­vertiten aus dem islamistischen Umfeld analysiert. Er kommt zu dem Ergebnis, dass es sich sehr häufig um labile Charaktere mit Auffällig­keiten im Sozialisationsverlauf handelt. Der Großteil ist männlich und zwischen 20 und 30 Jahre alt.

Oftmals liegen gestörte familiäre Verhält­nisse und ein Mangel an sozialen Bindungen vor. 25 Prozent dieser Gruppe sind arbeitslos. Rund 60 Prozent haben vor oder nach ihrer Konversion Straftaten verübt. Bei etwa 15 Prozent besteht eine Nähe zur Gewalt.

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