Schalke wieder Zweiter, BVB nur 2:2
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Schalkes Thilo Kehrer (3.vl.) im Zweikampf mit Stuttgarts Emiliano Insua (l.) und Torwart  Ron-Robert Zieler (r.) von Stuttgart. Durch den Sieg ist Schalke wieder Zweiter der Fußball-Bundesliga
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Bei den Schalkern sorgten Naldo (14. Minute) und Amine Harit mit einem verwandelten Foulelfmeter (19.) vor 55. 096 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena früh für klare Verhältnisse gegen vor allem in der ersten Halbzeit erneut erschreckend einfallslose Stuttgarter. Die Gastgeber rutschten durch die sechste Liga-Niederlage in den vergangenen sieben Spielen dagegen auf Rang 15 der Tabelle, die Unruhe um den Verein und Trainer Hannes Wolf dürfte in den nächsten Tagen zunehmen. Im Vergleich zum 2:3 in Mainz in der vergangenen Woche musste Wolf auf den verletzten Ex-Schalker Holger Badstuber verzichten, änderte nach dem schwächsten Saisonspiel darüber hinaus seine Startelf aber auch noch freiwillig auf drei weiteren Positionen. So sollte der erst am Dienstag von Borussia Dortmund nach Stuttgart gewechselte 19 Jahre junge Jacob Bruun Larsen als sehr offensiver Außenverteidiger für Schwung sorgen. Doch so lange die VfB-Fans in der Anfangsphase auf Gesänge verzichteten und mit diesem Protest für die Wahrung ihrer Interessen eine Botschaft an die Fußballverbände senden wollten, wirkte auch das Spiel der Schwaben verhalten. Als die Anhänger in der Kurve dann mit dem Singen anfingen, ließ sie die Schalker Führung prompt wieder verstummen. Daniel Caligiuri, einer von drei Neuen in der Schalker Startelf, zirkelte eine Freistoßflanke zu Innenverteidiger Naldo, der per Kopf zu seinem fünften Saisontor traf. Keine vier Minuten später trat der Däne Bruun Larsen Nationalspieler Leon Goretzka im Strafraum beim Versuch zu klären eher unglücklich denn absichtlich in den Rücken und verursachte bei seinem Debüt einen Elfmeter. Harit verwandelte sicher zum 2:0 - und Schalke konnte sich fortan in aller Ruhe aufs Verteidigen und Kontern konzentrieren. 

BVB nur Mittelmaß

Wenig Tempo, kaum Spielwitz, kein Selbstvertrauen - bei Borussia Dortmund wird die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit auch mit Pierre-Emerick Aubameyang immer größer. Obwohl der Torjäger trotz der anhaltenden Spekulationen über seinen Wechsel zum FC Arsenal in die Startelf zurückkehrte, kam das Team von Trainer Peter Stöger gegen den SC Freiburg nicht über ein 2:2 (1:1) hinaus. Trotz der Tore von Shinji Kagawa (9.) und Jeremy Toljan (90.+3) gerät der avisierte Champions-League-Platz zunehmend in Gefahr. Vor 81.360 Zuschauern traf Nils Petersen (21./68.) zum verdienten Remis der seit nunmehr acht Spielen ungeschlagenen Freiburger. Schon vor dem Anpfiff der Partie sorgte Aubameyang für Gesprächsstoff. Dass Stöger anders als in den vergangenen beiden Partien wieder auf den wechselwilligen Angreifer zurückgriff, wollte beim BVB niemand als Indiz für dessen Verbleib in Dortmund gewertet wissen. „Wir haben signalisiert, dass wir bereit sind, einen Transfer zu realisieren, wenn bestimmte Parameter erfüllt werden“, sagte Sportdirektor Michael Zorc kurz vor der Partie zum aktuellen Stand des Transferpokers mit dem FC Arsenal. Dem Vernehmen nach liegen beide Clubs kurz vor dem Ende der Transferfrist am kommenden Mittwoch bei der Ablöse jedoch noch über mehr als Millionen Euro auseinander.

Pfiffe vieler Fans für Aubameyang

Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang
Die Pfiffe vieler Fans für Aubameyang bei seinen ersten Ballkontakten schienen die Borussia zunächst kaum zu beeinträchtigen. Nach behäbiger Startphase nutzte sie gleich die erste Chance zur Führung. Wie schon zuletzt beim 1:1 in Berlin traf Kagawa, der dem Freiburger Torhüter Rafal Gikiewicz mit einem Seitfallzieher aus sechs Metern keine Abwehrchance ließ. Diesen frühen Rückstand steckten die Freiburger erstaunlich gelassen weg. Ermutigt durch die jüngste Erfolgsbilanz schlugen sie ebenfalls mit ihrer ersten Möglichkeit eiskalt zurück. Nach Flanke von Janik Haberer traf Petersen aus kurzer Distanz zum Ausgleich und gab dabei gleich drei Dortmunder Abwehrspielern das Nachsehen. Der Unterhaltungswert der Partie hielt sich trotz dieser beiden Treffer arg in Grenzen. Vor allem die behäbige Borussia, die vom einstigen Tempofußball mittlerweile weit entfernt ist, blieb vieles schuldig. Nur bei einem Kopfball von Aubameyang (32.) über das Tor war bis zur Pause Torgefahr erkennbar. Das ermutigte die Gäste zu mehr Gegenwehr. Nur mit viel Glück verhinderte BVB-Torhüter Roman Bürki bei einem sehenswerten Volleyschuss von Lukas Kübler (39.) erst im Nachfassen die Freiburger Führung. Auch nach Wiederanpfiff blieb das Niveau bescheiden. Zwar bemühte sich der BVB um die Führung, ging dabei aber viel zu ideenlos vor. Deshalb geriet die starke Freiburger Defensive nur bei einem Schuss von Kagawa (60.) ans Außennetz ins Wanken. Dagegen erweisen sich die Breisgauer als Meister der Effizienz. Nach einem Fehler des schwachen Nuri Sahin beförderte Petersen den Ball mit einem Heber aus mehr als 30 Metern ins Netz. Damit schien der BVB der vierten Heimniederlage nahe, die Toljan mit seinem Treffer in der Nachspielzeit aber noch abwendete. Dennoch muss Dortmund weiter auf den ersten Rückrundensieg warten.

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